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GEI-Manager Duggen: Kopernikanische Wende der IV ist noch lange nicht die Endstufe


08.10.1982 - 

Sicherheit bringt nur die Ochsentour

DORTMUND - Die Anwender erleben gegenwärtig eine "kopernikanische Wende der Informationsverarbeitung", die dadurch gekennzeichnet ist, daß sich nicht mehr alles um den Computer, sondern um die (richtige) Information dreht. Peter Duggen, Projektleiter Managementberatung bei der Aachener GEI-Gesellschaft für Elektronische Informationsverarbeitung mbH, vertrat diese These im Eröffnungsreferat zur diesjährigen lnformationsveranstaltung der GEI in Dortmund.

Duggen betonte, gerade der technische Fortschritt, der mittlerweile fast alles als machbar erscheinen lasse, lenke die Aufmerksamkeit der Unternehmensführungen von den technikorientierten Kriterien zunehmend weg auf organisatorische Aspekte. Mit der steigenden Zahl von Wahlmöglichkeiten beim Aufbau eines betrieblichen Informationswesens sei aber auch die Zahl der Irrtumsmöglichkeiten gestiegen, warnte er und empfahl dem DV-Einsteiger, sich nicht blenden zu lassen, sondern sich im eigenen Interesse einem Lernprozeß zu unterziehen. Duggen favorisierte hier das Stufenprinzip von Richard Nolan, das den Anwender von der Einführung der DV über ihre Ausbreitung, Kontrolle und Integration bis zu den Stadien der "Reife" bringt.

Um die Entwicklungslinien der Informationsverarbeitung - wie es das Thema vorsah -, aufzeigen zu können, betrachtete der Referent jeweils die historischen und sodann die von ihm prognostizierten Trends innerhalb der vier von ihm unterschiedenen Teilgebiete "Datenverarbeitung", "Bürotechnik", "Industrieautomation" und "Kommunikationstechnik". Beginnend mit völlig dezentralen Anwendungen habe die Datenverarbeitung nach dem Aufkommen der Universalrechner eine Phase völliger Zentralisierung erlebt, die jedoch wieder von verschiedenen Entwicklungsschritten in Richtung auf eine Dezentralisierung abgelöst worden sei (RJE, Front-End-, Remote-Kommunikations- und Back-End-Prozessoren, Standalonesysteme). Dem - technisch möglichen und ökonomisch sinnvollen - elektronischen Verbund müsse ein entsprechender organisatorischer Verbund folgen, forderte Duggen.

Die von ihm in der Endstufe prognostizierten "voll-verteilten" Systeme sind seiner Meinung nach zwar schon erkennbar, aber noch problembehaftet (Datenbanksynchronisation, Benutzerkontrolle). Die Datenverarbeitung der Zukunft, erwartet Duggen, wird eine benutzernahe Ebene, eine Netzebene sowie eine Hintergrundebene aufweisen; sie wird unternehmensweit geplant werden und mit hohen Software- und Personalkosten fertig zu werden haben. In der Bürotechnik glaubt Duggen an eine langsame Durchsetzung der technischen Integration und ihrer organisatorischen Bewältigung. Dafür macht er diverse Inkompatibilitäten, aber auch Akzeptanzschwierigkeiten verantwortlich. Den Weg vom jetzigen "Büro-Taylorismus" hin zu Arbeitsplatz-adäquaten Funktionszusammenlegungen sieht Duggen prinzipiell offen und teilweise auch schon realisiert.

Die Industrieautomation wird nach Ansicht Duggens in einem Gesamtkonzept betrieblicher Informationsverarbeitung aufgehen, in das Daten aus dem Produktionsbereich und kaufmännische Planungsdaten einfließen werden.

In der Kommunikationstechnik dürfen wir nach Darstellung Duggens zwar irgendwann einmal die Situation erwarten, daß ein globales neben einem lokalen Netzwerkkonzept stehen wird; den augenblicklichen Gegebenheiten (viele Übertragungsverfahren, viele Vermittlungsprinzipien, viele Randbedingungen) aber sagt er ein langes Überleben voraus. Im Endzustand einer weit fortgeschrittenen Vernetzung und Vermaschung wird es auf privater Seite wie auch auf seiten der Post nur noch ein mehrkanaliges Breitbandnetz in Glasfasertechnik mit intelligenten Netzknoten und digitalisierter Übertragung geben.

Die GEI nutzte die Dortmunder Tagung auch zur Selbstdarstellung und präsentierte den rund 150 Teilnehmern ihre Produkte. Auch amerikanische Kunden sollen Leistungen der Aachener nicht länger entbehren: In Los Angeles wurde kürzlich ein GEI-Büro mit vier Mann Besatzung eröffnet.