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26.08.2005

Sicherheit und Verfügbarkeit nach jeweiligem Bedarf

Für den Betrieb der SAP-Software hat KWS Saat mit seinem Dienstleister flexible Service-Levels vereinbart.

Als unternehmenskritische Anwendung wurde SAP R/3 bei der KWS Saat AG aus Einbeck bislang inhouse betreut - auch für einige der 43 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, die bis 2007 sukzessive an das zentrale SAP-System angebunden werden sollen. Doch im vergangenen Jahr entschied sich das Unternehmen, das Saatgut für Zuckerrüben, Mais, Öl- und Feldsaaten sowie Getreide und Kartoffeln züchtet, produziert und vertreibt, den SAP-Betrieb auszulagern. Sauber definierte Service-Level-Agreements sollten es dabei ermöglichen, den IT-Betrieb transparent zu steuern und zu überwachen sowie nach Leistung abzurechnen.

Projektsteckbrief

Projektart: IT-Outsourcing, Implementierung einer skalierbaren Sicherheits- und Hochverfügbarkeitslösung.

Branche: Erforschung, Entwicklung und Vertrieb von Lebensmittelpflanzen.

Zeitrahmen: vereinbarte Laufzeit drei Jahre.

Ergebnis: Einsparungen von etwa zehn Prozent der Betriebskosten.

Produkte: unterschiedliche Module von SAP R/3.

Dienstleister: Info AG, Hamburg.

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www.computerwoche.de/go/

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An der Ausschreibung nahm unter anderen die Info AG mit Hauptsitz in Hamburg teil. Sie analysierte zunächst die Geschäftsprozesse des potenziellen Kunden: Wie sie dabei herausfand, variiert durch die saisonalen Schwankungen im Kerngeschäft der KWS Saat AG auch der Bedarf an Sicherheit und Hochverfügbarkeit für die SAP-Anwendungen erheblich. Um deutliche Kosteneinsparungen zu erzielen, bot sich deshalb eine flexible Lösung an.

Unter dem Schlagwort "Safety on demand" definierte die Info AG ein Betriebsmodell, bei dem der Kunde Sicherheit und Verfügbarkeit auf eigenen Wunsch und gegen ein leistungsorientiertes Entgelt jederzeit erhöhen kann. "Letztlich war es diese Abbildung unserer Unternehmensspezifika in einem konsequent bedarfsorientierten Angebot", so Michael Jud, Leiter Informationstechnologie bei KWS Saat, "die den Ausschlag zugunsten der Info AG gab."

Eigenen Angaben zufolge benötigte der Dienstleister für die Umsetzung des Outsourcing-Projekts bis zum endgültigen Betrieb der SAP-Systeme dreieinhalb Monate. In diesem Zeitraum sei ein rund 400 Maßnahmen umfassender Projektkatalog abgearbeitet worden - begleitet von regelmäßigen Reviews. Im Zuge der Serviceübernahme legte der Dienstleister auch Hand an die vier produktiven SAP-Systeme - unter anderem, indem er die Zahl der Schnittstellen verringerte. Zusätzlich wurde die zugrunde liegende Datenbank von DB2 auf Oracle umgestellt. Last, but not least erhielt die Software eine leistungsfähigere Hardware in Form neuer Sun-Server.

Die endgültige Migration der Systeme erfolgte in drei Schritten: Zuerst wurden die Personal-Management-Funktionen (HR) und das Business Information Warehouse (BW), dann die R/3-Basis und zuletzt das Customer-Relationship-Management (CRM) auf die von der Info AG betriebenen Server überspielt.

Zweites Rechenzentrum bereit

Inzwischen ist das Netz der KWS Saat AG ausfallsicher, also mit doppelten Leitungen, an die beiden Hamburger Info-AG-Rechenzentren angebunden, die wiederum über eine redundant ausgelegte Dark-Fibre-Netzverbindung miteinander kommunizieren. In Normalzeiten, wenn längere Wiederherstellzeiten kein Problem darstellen, werden die SAP-Systeme nur in einem der beiden Rechenzentren betrieben. Während der saisonalen Spitzen hingegen können die Daten der produktiven Server-Systeme jederzeit über die Dark-Fibre-Strecke auf das Subsystem des anderen Rechenzentrums gespiegelt werden, um Verfügbarkeit und Sicherheit erheblich zu erhöhen. Dazu muss KWS Saat lediglich eine E-Mail an den zuständigen Service- beziehungsweise Betriebs-Manager absetzen.

Einen willkommenen Nebeneffekt des Safety-on-demand-Modells hat KWS Saat auch bereits schätzen gelernt: Im Rahmen des normalen Betriebs lassen sich "K-Fall"- oder Failover-Tests fahren und die Ergebnisse dieser Simulationen in die Notfallplanung aufnehmen.

IT-Chef Jud ist zufrieden: "Was unseren Mitarbeitern nach dem Outsourcing der Systeme sofort auffiel, waren die deutlich kürzeren Zugriffszeiten - hier kommen die Systemoptimierungen und die leistungsfähigere Hardware zum Tragen." Hinsichtlich der laufenden Kosten habe KWS Saat seit der Betriebsübernahme durch den Dienstleister "deutliche Einsparungen" verzeichnet. Unternehmensangaben zufolge belaufen sie sich auf etwa zehn Prozent.

Zudem profitiere die IT der KWS Saat AG auch von der kontinuierlichen Beratung durch den Dienstleister, ergänzt Jud: "SAP ist aus unserer Sicht ein sehr komplexes Umfeld, in dem der Beratungsbedarf ständig wächst. Um unsere Systeme auf Dauer effizient halten zu können, benötigen wir immer wieder die Empfehlungen von Spezialisten, die ein profundes Wissen über unsere Geschäftsabläufe und viel Praxiserfahrung haben." (qua)