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25.08.2006

Sicherheit wichtiger als Datenschutz

Einer aktuellen Untersuchung zufolge ist die Akzeptanz biometrischer Techniken in Europa und Deutschland deutlich gestiegen.

Anders als in den USA, wo Fingerabdrücke schon vor zehn Jahren als probates Mittel zur Verifikation der Identität galten, hatten die Europäer bislang ein eher zwiespältiges Verhältnis zu biometrischen Verfahren. Bedenken hegten die Bewohner des alten Kontinents vor allem im Hinblick auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Techniken. Mittlerweile sind aber offenbar auch den Europäern Komfort und Sicherheit wichtiger als eventuelle Datenschutzprobleme.

Die Studie

Im Rahmen der Untersuchung "e-Identity 2006" wurden im April dieses Jahres jeweils 500 Einwohner in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Spanien, Portugal und Tschechien befragt. Ziel der Studie war, die Haltung der Konsumenten zur Einführung biometrischer Verfahren in Europa zu erfahren.

Schneller einchecken

Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung, die das Marktforschungsinstitut Vanson Bourne im Auftrag des IT-Dienstleisters Logica CMG in sieben europäischen Ländern - darunter auch Deutschland - vorgenommen hat. Demzufolge wären heute durchschnittlich 84 Prozent der Europäer bereit, sich bei Auslandsreisen Fingerabdrücke abnehmen oder die Netzhaut scannen zu lassen, um eine schnellere und komfortablere Kontrollabwicklung zu ermöglichen. Auch hierzulande scheinen die Berührungsängste weitgehend überwunden: Laut Studie befürworten knapp 80 Prozent der befragten Deutschen diese Sicherheitsmaßnahmen.

Die Mehrheit der Studienteilnehmer (88 Prozent) ist zudem der Ansicht, dass biometrische Techniken das Risiko eines Identitätsdiebstahls erheblich reduzieren. Darunter auch 85 Prozent der hiesigen Verbraucher, die eine Kreditkarte mit Fingerabdruck für sicherer halten als die gängige Kombination aus Chipkarte und PIN.

Schutz vor Betrug

Ferner ist das Gros der europäischen Konsumenten (92 Prozent) überzeugt, dass ein Fingerabdruck eine erheblich sicherere Identifikationsmethode ist als die Unterschrift. Darüber hinaus meinen 80 Prozent der Befragten, dass sich mittels biometrischer Techniken das Betrugsrisiko beim Beantragen staatlicher Unterstützung reduzieren ließe.

Laut Studie ist diese Trendwende in allen an der Umfrage beteiligten Ländern zu beobachten. Nahezu zwei Drittel der Europäer wären beispielsweise bereit, ihren Finanzdienstleister zu wechseln, wenn sie eine biometrische Karte zur Verifizierung ihrer Identität nutzen könnten, anstatt Ausweise vorzulegen oder Formulare auszufüllen. Deutschland liegt hier mit 64 Prozent im europäischen Durchschnitt. Zudem würden sich 71 Prozent der befragten Europäer sicherer fühlen, wenn sie bei der Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen im Ausland einen Ausweis mit Fingerabdruck oder anderen biometrischen Daten verwenden könnten.

Allerdings ist die Biometrie-Akzeptanz in den einzelnen Ländern noch unterschiedlich ausgeprägt. So führt etwa Frankreich mit mehr als 92 Prozent bei der Befürwortung der Datenerfassung via Fingerabdruck- und Netzhauterkennung auf Reisen, während sich damit nur 67 Prozent der befragten Tschechen anfreunden können. In der Kategorie "Biometrie für die Bezahlung im Ausland" wiederum liegt Portugal im europäischen Vergleich eindeutig an der Spitze (85 Prozent), gefolgt von Deutschland mit 76 Prozent. Skeptischer sind offenbar die Niederländer, von denen dies lediglich 46 Prozent für vorteilhaft halten.

Regionale Unterschiede

Den Umfrageinitiatoren zufolge verdeutlichen die Ergebnisse auch, dass die potenziellen Einsatzbereiche für biometrische Techniken regional unterschiedlich gewichtet werden. Generell auf hohe Akzeptanz stoße jedoch die Integration biometrischer Lösungen in Transportinfrastrukturen und Identifikationssystemen für Finanzdienstleistungen. Ein Indiz hierfür dürfte beispielsweise die ständig steigende Zahl an Reisenden sein, die sich freiwillig an dem Biometrie-Programm des Amsterdammer Flughafens Schiphol beteiligen und beim Einchecken einer Iris-Kontrolle unterziehen.

Ein überraschendes Phänomen: In Deutschland erweisen sich den Ergebnissen zufolge nicht etwa die jugendlichen Konsumenten, sondern die über 55-jährigen Umfrageteilnehmer als besonders aufgeschlossen für biometrische Verfahren. Darüber hinaus zeigen sich Frauen tendenziell offener für diese Sicherheitstechniken als Männer. (kf)