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Aussteller konsolidieren ihr Messe-Angebot und achten auf Kompatibilität:


27.09.1985 - 

Sicob: OSI-Mail koppelt Bull, ICL und Siemens

PARIS - Eine Optimierung der Produktpalette gehörte zum erklärten Ziel der Aussteller auf der diesjährigen Sicob in Paris. Upgrades herstellerspezifischer Systeme konkurrieren auf dieser größten französischen Informatik-Messe mit Schnitstellen-Anpassungen. Mit einem Vorgeschmack warteten in diesem Bereich die Unternehmen Bull, ICL und Siemens auf: Sie verbanden erstmals hauseigene Mikros länderübergreifend zu einem OSI-Mail-Netz.

Ziemlich versteckt demonstrierten die drei Hardware-Hersteller auf einem SPAG-Stand (Standard Promotion and Application Group) eine funktionsfähige Verbundlösung zwischen einem Siemens PC, dem Bull Questar und einem ICL DRS 20. Die Electronic Mail-Anwendung zwischen Paris, London und Bonn lief über das französische Transpac-Netz, das britische PSS (Package Switching System) und das deutsche Datex-P.

Die Übermittlung eines Briefes dauerte dabei je nach Netzausla(...) zwischen wenigen Sekunden und zwei bis drei Minuten. Gemeinsame Basis für diesen Verbund bildet die CCITT-Empfehlung X.400. Wie Vertreter der Unternehmen betonten, sei mit dieser Demo erstmals eines der Ziele der SPAG Realität geworden: Diese Gruppe, der zwölf Unternehmen angehören (GEC, ICL, Plessey, Bull, CGE, Thomson, AEG, Nixdorf, Siemens, Olivetti, STET und Philips), sieht es als ihre Aufgabe, die Kommunikationsfähigkeit verschiedener Systeme auf der Basis bestehender Normen zu fördern und auszubauen.

Der Anwender allerdings muß noch ein wenig auf die Realisierung seiner Electronic-Mail-Wünsche warten. Erste Auslieferungen der benötigten Software, für die noch kein Preis feststeht, werden im zweiten Quartal 1986 erwartet.

Ein Wermutstropfen zusätzlich für Systems-Besucher: In München wird das Netz nicht aufgebaut, wohl aber auf der nächsten CeBIT, so hieß es bei den Stand-Verantwortlichen.

Nicht nur diese drei Unternehmen arbeiten gemeinsam mit anderen Gruppenmitgliedern der SPAG an der Lösung der Kompatibilitätsprobleme -fast alle Hersteller basteln daran, wobei sich die Festlegung auf nur einen existierenden Standard jedoch noch nicht abzeichnet. So existieren im Angebot mittlerweile fast so viele PC-XT- wie AT-kompatible Powerzwerge.

Gestiegen ist die Speicherkapazität kleiner Systeme auf durchschnittlich 512 KB für die Grundkonfigurationen. Die Ausbaufähigkeit reicht bei dem diesjährigen Messeangebot bis zu mehreren Megabyte.

Konsolidierung läßt sich auch im Bereich der Ausstattung mit Zusatz- karten feststellen. Acht Steckplätze sind der Durchschnitt. Im Gegensatz zu 1984 boten die Aussteller der diesjährigen Sicob generell zumindest eine Rechnervariante dieser Größenklasse mit einem fest eingebauten Hard-Disk-Laufwerk in Kapazitätsgrößen zwischen 20 und 40 Megabyte an.

Im Zuge der Bereinigung der Produktpalette läßt sich auch bei den Betriebssystemen ein deutlicher Trend feststellen. Neben MS-DOS wird zunehmend Unix mit seinen Derivaten - mit Vorsprung für die Berkeley-Versionen - gehandelt. Aber auch Concurrent-DOS und das USCD-p-System gewinnen an Boden.

Zu beobachten war bei einem Rundgang auf der Messe in der Paris CNIT, daß die meisten Hersteller, unter ihnen auch IBM, starke Bemühungen zeigen, ihre Software noch präziser auf die Wünsche des Anwenders zuzuschneiden und sie darüber hinaus noch bedienungsfreundlich zu machen. Grafische Schnittstellen sowie das Handling im Betriebssystembereich sind hier die Hauptdomäne der Aktivitäten. Kopf-an-Kopf liegen in diesem Rennen drei Systeme von drei Herstellern MS-Windows von Microsoft, GEM von Digital Research und Topview von IBM.

Die Bemühungen der Hersteller um eine bessere Akzeptanz der Produkte in der breiten Öffentlichkeit werden zu dieser Sicob aber auch von seiten des französischen Staates wieder massiv unterstützt. In einem discoartig aufgemachten Zelt vor dem Haupteingang erhalten Besucher einen ersten Eindruck vom geplanten "Carrefour international de la communication". Dieses Kommunikationszentrum, das bis 1988 in einem festen Bauwerk untergebracht werden soll, startete schon jetzt mit einer Ausstellung über "Informationstechnologie heute".

In permanenten Ausstellungen zu fast allen Problematiken der modernen, mikroorientierten DV sowie Konferenzen und Seminaren ist vorgesehen, interessierte Anwender mit den Möglichkeiten des Datenbankgebrauchs, der Informationsverarbeitung und -verteilung vertraut zu machen.