Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Einnahmen sinken um 30 Prozent


26.07.2002 - 

Siebel entlässt in großem Stil

MÜNCHEN (CW) - Siebel, Marktführer im Segment Customer-Relationship-Management (CRM), konnte im zweiten Quartal die Gewinnprognosen der Analysten nicht erfüllen. Zudem brach der Umsatz um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Nun müssen nahezu 1200 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Nur noch 405,6 Millionen Dollar Umsatz konnte der kalifornische Softwareanbieter aus San Mateo für das zweite Quartal verzeichnen. Vor einem Jahr hatte der Softwareanbieter noch 560,2 Millionen Dollar verbucht. Noch drastischer sackte der Gewinn ab: 29,8 Millionen Dollar oder sechs Cent pro Aktie waren es diesmal, verglichen mit 76,6 Millionen Dollar oder 15 Cent pro Anteilschein im zweiten Quartal 2001, was einem Rückgang von 61 Prozent entspricht. Analysten waren von einem Umsatz von 437,1 Millionen Dollar bei einem Gewinn von neun Cent pro Börsenpapier ausgegangen.

Dementsprechend hart fallen die Gegenmaßnahmen des Managements aus: Rund 1200 von 7164 Arbeitsplätzen sollen gestrichen werden. Ferner will Siebel Abteilungen für IT, Marketing und Vertrieb reorganisieren. In der Folge wird das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Betrag von 200 bis 250 Millionen Dollar belastet.

So negativ wie das Geschäftsergebnis sind auch die Prognosen des sonst für seine wenig zurückhaltende Art bekannten Firmenchefs Tom Siebel: "Zurzeit wird in der Informationstechnologie nicht viel Geschäft gemacht, und mittelfristig ist keine Erholung in Sicht." Vor allem das schwache Lizenzgeschäft sorgte für die schlechten Zahlen. Es brach um etwa 41 Prozent auf 170,1 Millionen Dollar ein. Im zweiten Quartal des letzten Fiskaljahres konnte der CRM-Spezialist allein mit Softwareverkäufen noch 286,8 Millionen Dollar einnehmen. Den restlichen Umsatz erwirtschaftet Siebel mit Wartung und Beratung. Die Zeit der großen Abschlüsse scheint jedoch vorbei zu sein: Konnte der Hersteller im ersten Quartal zwölf Kaufverträge mit einem Volumen über fünf Millionen Dollar besiegeln, gelang ihm dies im zweiten Kalendervierteljahr nur noch dreimal.

Für das dritte Quartal rechnet Siebel mit einem Gewinn pro Aktie zwischen fünf und acht Cent bei einem Umsatz von 355 bis 400 Millionen Dollar. In dieser Vorausschau sind die fälligen Aufwendungen für Entlassungen und Umstrukturierungen jedoch noch nicht berücksichtigt.

Siebels schärfster Konkurrent SAP konnte dagegen ein weitaus stabileres Geschäftsergebnis mit seiner CRM-Lösung vorweisen. So seien die Lizenzeinnahmen bei "Mysap CRM" mit 101 Millionen Euro etwa vergleichbar mit dem Vorjahreswert von 104 Millionen Euro. (fn)