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14.06.2005

Siebel rüstet sich für Zukäufe

Investoren setzen den Hersteller trotz einer Dividende unter Druck. Das Management lehnt höhere Ausschüttungen oder einen Verkauf ab.

Mit einer Dividende von 2,5 Cent pro Aktie versucht George Shaheen, der seit rund zwei Monaten amtierende CEO von Siebel, aufgebrachte Investoren zu beruhigen. Diese hatten nach dem zuletzt enttäuschenden Quartalsergebnis gefordert, den Bargeldbestand von rund 2,2 Milliarden Dollar drastisch zu reduzieren. Siebel verzeichnete im ersten Quartal 2005 einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent auf 299 Millionen Dollar. Unter dem Strich blieb ein Defizit von vier Millionen Dollar nach einem Gewinn von 31 Millionen Dollar im ersten Quartal 2004. Die Anteilseigner hatten daraufhin gefordert, die Cash-Reserven in Form einer Dividende auszuschütten, Aktien in großem Stil zurückzukaufen oder den Softwareanbieter zu veräußern. Shaheen bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen der Investoren zurück. Insgesamt wird der Customer-Relationship-Management- (CRM-)Spezialist bei rund 540 Millionen Papieren etwa 13,5 Millionen Dollar ausschütten.

Mit diesen Maßnahmen geht Shaheen auf Konfrontationskurs. Er wisse, dass viele Investoren mit seiner Strategie nicht einverstanden seien, räumte er auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 8. Juni dieses Jahres in San Francisco ein. Allerdings ziele seine Politik darauf ab, langfristige Investoren zufrieden zu stellen. "Kurzfristig denkende Anleger werden die Dinge sicher etwas anders sehen."

Den bereits zum wiederholten Mal vorgetragenen Forderungen nach einem Verkauf Siebels erteilte Shaheen eine Absage. Außerdem habe das Management auf Anraten externer Berater beschlossen, das Bargeld für eventuelle Akquisitionen aufzuheben. Spruchreif könnten eigene Zukäufe werden, wenn das Sparprogramm Shaheens greift. So will der CEO allein im laufenden Quartal 14 Millionen Dollar durch die Straffung der Vertriebs- und Serviceorganisation einsparen.

Die Ziele des 60-jährigen Firmenlenkers sind ehrgeizig. Bis Ende des Jahres will er operativ eine Gewinnspanne von 15 Prozent erreichen. Langfristig strebt Shaheen 20 Prozent an. Davon ist der Softwareanbieter jedoch noch weit entfernt. Im zurückliegenden ersten Quartal 2005 schrieb Siebel einen operativen Verlust von fast 22 Millionen Dollar.

Analysten zweifeln jedoch, ob dem neuen CEO ein rascher Kurswechsel gelingt. Derzeit müsse sich Siebel an zwei Fronten gegen die Konkurrenz wehren, beschreibt Peter Coleman von Thinkequity Partners die Situation. Auf der einen Seite drängten große Softwareanbieter wie SAP verstärkt ins CRM-Geschäft, auf der anderen Seite machten Firmen wie Salesforce.com mit ihren gehosteten Lösungen dem Pionier in Sachen Kunden-Management das Leben schwer. (ba)