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28.04.2000 - 

Der Frontend-Spezialist verteidigt seine Führungsposition

Siebel setzt auf Online-Auktionen

MÜNCHEN (CW) - Von Anfang an führte Siebel den Markt für Lösungen im Bereich Customer-Relationship-Management (CRM) an. Doch Mitbewerber wie Oracle und die SAP sind dem Unternehmen auf den Fersen.

Trotz einer Umsatz- und Gewinnverdoppelung im ersten Quartal 2000 fragen immer mehr professionelle Marktbeobachter, wie lange Siebel seine Position als CRM-Marktführer noch halten kann. Wie viele andere Unternehmen hofft auch Siebel, sich im Internet einen neuen Wachstumspfad erschließen zu können. Hier versucht sich das Unternehmen seit Ende 1999 zu positionieren und hat daher die Version 6 seiner CRM-Suite in "E-Business 2000" umbenannt. Zudem sind eine Reihe der 28 neu integrierten Anwendungen auf den Internet-Einsatz abgestimmt worden. Der Hersteller hebt etwa die Möglichkeit hervor, die Inhalte durch Personalisierung auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden zuschneiden zu können. Außerdem lassen sich über das Web georderte Produkte für den Weiterverkauf mit Preisen versehen.

Kritik an der EinkaufspolitikEin weiterer Schritt in Richtung Internet ist der Erwerb von "Opensite Technology", einem Anbieter von Software für Online-Auktionen. Jagten derartige Investitionen in Dotcom-Companies noch kürzlich die Aktienkurse in die Höhe, so musste sich das Siebel-Management in diesem Falle harsche Kritik gefallen lassen. So rügten die Analysten den Kaufpreis von etwa 444 Millionen Dollar in Aktien für eine Firma mit acht Millionen Dollar Umsatz und Schulden von zwölf Millionen Dollar, die der Käufer übernehmen musste. Einige Marktbeobachter sehen in der Akquisition sogar einen Fehlgriff. So verkaufe Siebel bislang vor allem an Anwenderunternehmen, die den Kontakt zum Kunden optimieren und den Service verbessern wollen. Online-Auktionäre seien dagegen vor allem daran interessiert, die Kosten niedrig zu halten. Hier gelte es für Siebel, ein völlig neues Geschäftsmodell zu erlernen.

Bislang hat sich der Markt allerdings eher zugunsten von Siebel entwickelt. Trotz der allein hierzulande rund 100 mittelständischen Mitbewerber ist es dem Marketing der US-Company gelungen, dass viele Anwender die Bezeichnungen Front Office und Customer-Relationship-Mangement vor allem mit Siebel verbinden.

Im Großkundengeschäft konkurriert Siebel besonders mit ERP-Anbietern, seit die Hauptkonkurrenten Vantive und Clarify von Nortel und Peoplesoft aufgekauft wurden. Die durch die Übernahmen nötigen Umstrukturierungen bremsen den Erfolg der Mitbewerber. Hinzu kommt, dass Siebel durch Verzögerungen in der CRM-Produktentwicklung bei SAP und Oracle seine Position sogar bei den Kunden dieser Anbieter ausbauen konnte.

Hierzulande spielt Oracles Anwendungssoftware nur eine geringe Rolle. Weltweit dagegen konnte Oracle im kürzlich abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal das CRM-Geschäft um 179 Prozent auf 49 Millionen Dollar steigern. Siebel verdoppelte seinen Quartalsumsatz in den vergangenen drei Monaten gegenüber demselben Vorjahreszeitraum auf 309,4 Millionen Dollar. Der Quartalsgewinn verdoppelte sich ebenfalls auf 41,8 Millionen Dollar.

Allerdings argwöhnen Analysten, dass diese Steigerungsraten aufgrund weniger und schwer wiederholbarer Großaufträge insbesondere von der IBM und der British Telecom zustande kamen. Siebel glaubt dagegen, mit Internet-Features wie in E-Business 2000 weiterhin neue Großkunden gewinnen zu können.