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01.08.2003 - 

Stellenabbau und Umstrukturierungen sollen Kosten senken

Siebel Systems verpatzt zweites Quartal

MÜNCHEN (CW) - Siebel meldet gesunkene Umsätze, und trotz kräftiger Einsparungen ging auch der Gewinn stark zurück. Vor allem den Einbruch beim Lizenzgeschäft werten Analysten als Vorboten schwieriger Zeiten. Diesen will sich der Spezialist für Customer-Relationship-Management (CRM) mit Stellenabbau und Kostensenkungen stellen.

"Es sieht nicht dannach aus, als würde sich die IT-Wirtschaft erholen." Mit dieser wenig hoffnungsvollen Prognose eröffnete Siebel-CEO Thomas Siebel die Diskussion um die Ergebnisse des Ende Juni abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartals. Siebel meldete für die Monate April bis Juni des Geschäftsjahres 2003 einen Umsatz von 333,3 Millionen Dollar. Das sind 18 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn beklagten die Verantwortlichen mit 9,8 Millionen Dollar sogar einen Rückgang um 67 Prozent.

Vor allem das schlechte Geschäft mit neuen Softwarelizenzen verdarb dem im kalifornischen San Mateo ansässigen Softwarehersteller die Bilanz. Mit 109,9 Millionen Dollar fiel dieser Posten um 35 Prozent magerer aus als vor einem Jahr. Damals war an gleicher Stelle noch ein Betrag von 170,1 Millionen Dollar gestanden. Auch die übrigen Einnahmen, unter denen Sparten wie Wartung und Service zusammengefasst werden, gingen insgesamt von 235,5 auf 223,4 Millionen Dollar leicht zurück. Mit dem Ergebnis erfüllte Siebel die Erwartungen der Analysten, die allerdings Anfang Juli nach einer Gewinnwarnung des Herstellers ihre Prognosen gesenkt hatten.

Als Grund für die weiterhin verhaltene Kauflust in Sachen Software machte Siebel unter anderem die Unsicherheit im Markt verantwortlich. Etwa angesichts des Übernahmestreits zwischen Oracle und Peoplesoft würden es sich die Anwender zurzeit zweimal überlegen, bevor sie in neue Produkte investierten.

Da sich diese Verunsicherung in den nächsten Monaten kaum legen wird, rechnet Siebel mit einem weiterhin schwierigen Geschäftsumfeld. Angesichts rückläufiger Softwareumsätze muss der CRM-Spezialist versuchen, mit Hilfe von Kostensenkungen Analysten wie Aktionäre zufrieden zu stellen. Zwar gelang es den Managern, im abgelaufenen Quartal die operativen Kosten um rund 40 Millionen Dollar gegenüber dem zweiten Quartal 2002 zu verringern. Sparen musste dabei in erster Linie der Bereich Sales and Marketing, der mit 30 Millionen Dollar weniger auszukommen hatte. Für Forschung und Weiterentwicklung investierte Siebel mit rund 75 Millionen Dollar zehn Millionen Dollar weniger als letztes Jahr. Die Sparmaßnahmen reichten jedoch offenbar nicht aus, um den Gewinneinbruch zu verhindern.

Da wegen des rückläufigen Neukundengeschäfts kaum Umsatzwachstum zu erwarten ist, muss Siebel weiter auf die Kostenbremse treten. So kündigten die Verantwortlichen an, sich in den nächsten Monaten von rund 490 Angestellten zu trennen. Mit dem Abbau von näherungsweise neun Prozent der Stellen würde der Softwareanbieter künftig ungefähr 5000 Mitarbeiter beschäftigen. Anfang 2001 arbeiteten noch zirka 8300 Beschäftigte bei Siebel.

Neben dem Stellenabbau will das Unternehmen mit einer Neuorganisation Kosten senken. So sollen beispielsweise Qualitätssicherungs- und Entwicklungsniederlassungen zusammengelegt beziehungsweise geschlossen werden. Mit diesen Maßnahmen wollen die Verantwortlichen bereits im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres etwa 30 Millionen Dollar und in der ersten Jahreshälfte 2004 weitere 40 Millionen Dollar einsparen. Aufwendungen, die für die Umstrukturierung anfallen, sollen in die Bilanzen des dritten und vierten Geschäftsquartals einfließen. (ba)