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03.05.2005

Siebel-Übernahme durch Oracle bleibt ein Gerücht

Hartnäckig halten sich Spekulationen, Siebel werde gekauft. Nachdem SAP abgewunken hat, gilt Oracle als Favorit.

Die Gerüchte, Oracle werde Siebel übernehmen, scheinen sich vorerst nicht zu erhärten. Ende April hatten US-amerikanische Medien unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, Oracle stehe in Übernahmeverhandlungen mit Siebel. Als möglicher Preis wurde ein Betrag von rund fünf Milliarden Dollar kolportiert.

Spekulationen dieser Art kursieren seit längerem. So kam im Rahmen des Kartellverfahrens, das Oracle um die Übernahme von Peoplesoft führen musste, ans Licht, dass Siebel aus Sicht des Datenbankspezialisten ebenfalls ein lohnendes Akquisitionsobjekt sein könnte. Beide Softwareanbieter lehnten es bislang ab, Stellung zu beziehen.

Die Gerüchte kamen auf, nachdem Bert Hochfeld von der Hochfeld Independent Research Group behauptete, es habe substanzielle Gespräche gegeben. Die Verhandlungen seien jedoch vorläufig. Außerdem können sich nach den Querelen um die Peoplesoft-Übernahme die wenigsten vorstellen, dass eine Akquisition von Siebel ohne Streit vonstatten gehen würde.

An den Berichten sei nichts dran, meint dagegen Peter Coleman, Analyst von Think Equity Partners aus San Francisco. Beide Seiten hätten zu unterschiedliche Vorstellungen. Während die Siebel-Teilhaber darauf pochten, ihre Anteile seien chronisch unterbewertet, würde Oracle-Chef Lawrence Ellison sicher keine hohe Prämie auf den aktuellen Siebel-Kurs zahlen.

Außerdem gebe es zahlreiche Alternativen, spekulieren andere Insider. Auch Microsoft oder IBM könnten Siebel übernehmen wollen. SAP wurde ebenfalls mit dem Konkurrenten in Verbindung gebracht. Allerdings dementierte SAP-Chef Henning Kagermann jedes Interesse. Denkbar ist nach Meinung von Insidern auch ein Management-Buyout unter Führung des Firmengründers Tom Siebel.

Unterdessen liegen bei Siebels Finanzverantwortlichen die Nerven blank. Für das erste Quartal 2005 wies der Spezialist für Customer-Relationship-Management-(CRM-)Software einen Fehlbetrag in Höhe von vier Millionen Dollar aus nach einem Gewinn von 31 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz ging um 9,2 Prozent auf knapp 299 Millionen Dollar zurück. Die Lizenzeinnahmen brachen sogar um 41 Prozent auf 75 Millionen Dollar ein.

Als während der Vorstellung der Quartalszahlen Siebels Chief Financial Officer (CFO) Kenneth Goldman von einem Investor auf den Bargeldbestand in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar angesprochen wurde, warf er den Fragesteller kurzerhand aus der Telefonleitung. Er beantworte nicht ständig die gleiche Frage, blockte Goldman brüsk jeden Einwand ab. Man könne schließlich auch gerne in ein anderes Unternehmen investieren.(ba)