Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.08.1981 - 

Die Uni-Kliniken Homburg setzen Mini für Lungenfunktionsuntersuchungen ein:

Sieben Minuten für deformierte Schleife

HOMBURG (pi) - Zur Steuerung der Meßanordnung in der Pneumologie ziehen die Universitätskliniken Homburg/Saar einen Minicomputer von Data General heran. Das Programm für die Nova 4/X entwickelte Dr. Dieter Heise, Leitung des Lungenfunktionslabors der Abteilung Pneumologie.

Um genaue Aussagen über den Grad und den Typ einer Ventilationsstörung zu erhalten, wird während mehrerer verschiedener Atemmanöver gemessen. Der Patient sitzt während dieser Zeit in einem Ganzkörper-Plethysmographen, einer luftdicht abgeschlossenen Stahlkammer. Sie ist erforderlich, um die atmungswirkenden Luftdruckschwankungen in der Lunge indirekt in der Kammer messen zu können.

Als Rechner arbeitet eine Nova 4/X mit 128 KB Arbeitsspeicher und 2x5 MB Magnetplatte. Je nach Atemmanöver werden die Meßsignale Atemstrom, Atemzugvolumen, Kammerdruck und Munddruck 50- bis 200mal pro Sekunde durch einen Analog-Digital-Wandler mit acht Kanälen und 12-Bit-Auflösung digitalisiert und im Arbeitsspeicher der Nova abgelegt.

Nach jedem Atemmanöver wird der Speicherinhalt auf Magnetplatte übertragen. Die gesamte Meßdauer beträgt etwa zwei Minuten pro Patient.

Grafische Darstellungen

Nach der Messung werden aus den Meßsignalen im Offline-Betrieb die Lungenvolumina, die Drucke in der Lunge und der Strömungswiderstand der Luft in den Atemwegen (Resistance) berechnet. Meßwerte, Zwischenwand Endergebnisse erscheinen als Diagramme auf einem Speicher-Bildschirm. Sie können bei Bedarf mit zwei XY-Schreibern dokumentiert werden.

Die Rechenzeit für die Aufbereitung der Meßwerte in Form räumlicher Darstellungen, die "Formanalyse" pathologisch deformierter Resistance-Schleifen, liegt bei fünf bis sieben Minuten. Das Rechnerprogramm, in das Dr. Heise nach eigenen Angaben etwa zwei Mannjahre investiert hat, schöpft die in der Messung enthaltenen Informationen durch Kettprogramme aus. Insgesamt besteht das Software-Paket aus 25 Einzelprogrammen. Als Programmiersprachen wurden Algol und Assembler verwendet, beim weiteren Ausbau des Rechnersystems wird Fortran 5 hinzukommen.

Mit der computergesteuerten Meßanordnung sollen schnellere und geziertere Entscheidungen des behandelnden Arztes möglich werden. Auch eine Therapiekontrolle zum Beispiel bei Asthma oder chronischer Bronchitis wird laut Heise einfacher.