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19.05.1978 - 

7.708 und 7.718 sollen System3-Park ablösen:

Siemens-Attacke bringt IBM in Zugzwang

MÜNCHEN - "Es ist nicht ausgeschlossen, daß diesmal die Siemens-Ankündigungen früher kommen als die entsprechenden IBM-Produkte, die bisher immer erst kopiert werden mußten." Mit dieser Vermutung lag CW-Kolumnist Dr. Gerhard Maurer goldrichtig (CW Nr. 13 vom 28. März 1978: "Schreibtisch-Jumbos"). Denn mit der Ankündigung der "Compact"-Rechner 7.708 und 7.718, die "neue Maßstäbe im Bereich der unteren Mittelklasse setzen sollen" (Siemens-Slogan), wird der Marktführer in Zugzwang gebracht.

Das darf sicherlich nicht zu der Annahme verleiten, die Marketing-Strategen in Stuttgart ließen sich durch das Vorpreschen der "Siemensianer" zu außerplanmäßigen Ankündigungs-Aktivitäten provozieren. Immerhin: Insbesondere IBM-Kunden mit größeren System/3-Installationen (Modelle 10, 12 und 15) verfügen - gemessen an den 7.708/7.718-Standards - nicht mehr über die modernste Ausrüstung. Und da IBM überdies das Aufsteigen zur Serie /370 durch "hausgemachte" Inkompatibilität erschwert, können sich die Münchner gute Chancen ausrechnen, /3-Maschinen abzulösen, zumal Siemens "Neukunden" für die Umstellung auf 7.708 und 7.718 Konvertierungshilfen bietet. Welche Besonderheiten weisen nun die Schreibtisch-Jumbos auf?

Schlüssel zum Leistungsspektrum der neuen Rechner 7.708 und 7.718 ist das dialogorientierte Betriebssystem BS 2000, das die Benutzer mit der Anlage erhalten. Es ist, wie Siemens versichert, der jeweiligen Konfiguration genau angepaßt. Erfahrenen Benutzern stehe der volle Funktionsumfang des BS 2000 zur Verfügung.

Systemmeldungen erscheinen - geordnet nach Ursache, Wirkung und Maßnahme - auf dem Kontrollschirm. Systemeinleitung und -beendigung werden durch abrufbare Prozeduren unterstützt, die nach Herstellerangaben bei Bedarf kundenindividuell modifiziert werden können. Für Programmtests stellt BS 2000 eine Reihe interaktiver Testhilfen zur Verfügung.

7.708 und 7.718 sind mit Floppy-Disk-Laufwerk für lochkartenlosen Betrieb ausgestaltet. Ein zweites Laufwerk kann hinzugefügt werden. An die integrierte Plattenspeichersteuerung sind alle Modelle der neuesten Plattenspeicher-Familie von Siemens anschließbar. Für die Datenfernverarbeitung im Nahbereich (Leitungslänge bis 2 km) ist eine Steuerung für maximal 12 Datensichtstationen, für die DFV im Fern- und Nahbereich statt dessen ein Datenübertragungsvorrechner integriert. Über den Byte-Multiplex-Kanal ist die übliche Nahperipherie anschließbar.

Das System verfügt über eine integrierte Plattensteuerung am Blockmultiplex-Kanal (Datenrate 806 KB/s). Die Datenrate des Byte-Multiplexers beträgt im Selektormodus 320 KB/s. Kanalleistung insgesamt: 1000 KB/s.

Jede Standardkonfiguration ist mit einer Datensichtstation 8160 für direkte Datenerfassung und Dialogbetrieb ausgestaltet. Diese Datensichtstation und die der Systembedienung dienende Anzeigeeinheit haben eine gemeinsame Tastatur.

Für die Datenfernverarbeitung mit den neuen Modellen 7.708 und 7.718 steht die komplette Transdata-Produktpalette zur Verfügung. Zu dieser kompatiblen Hardwarefamilie gehören Datenstationen unterschiedlicher Intelligenz. Sie reichen von einfachen Sichtstationen bis zum modularen frei programmierbaren Datenstationssystem für den On- und Offline-Einsatz.

"lntegrierte" Anwenderprogramme sowie Datenbanksoftware vervollständigen die Komponenten Hardware und Systemsoftware zu einem "kompletten System für Lösungen unterschiedlichster DV-Aufgaben", wie es im Siemens-Pressetext heißt.

Mit Standardprogrammpaketen werden die "klassischen" Anwendungsgebiete abgedeckt: Datenerfassung, Lohn und Gehalt, Rechnungswesen, Einkauf, Lager und Auftragsabwicklung, Fertigungsdisposition.

Die Anwendersoftware wurde auf der Basis des BS 2000 speziell für den interaktiven Einsatz konzipiert.

Gemeinsame Datenbasis der Anwendersoftware ist das "Universelle Datenbanksystem" UDS von Siemens. UDS erhalten 7.708- und 7.718-Anwender in einer vereinfachten Variante mit vorkonfektionierten Strukturelementen, wie beispielsweise Stücklisten. Das Transaktions-System realisiert Teilhaberanwendungen im BS 2000. Es steuert, überwacht und sichert die simultane Arbeit von mehreren Anwendern von den Datenstationen aus.