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29.08.2006

Siemens bekennt sich notgedrungen zu SBS

Der SBS-Verkauf ist an den hohen Forderungen potenzieller Interessenten gescheitert.

Der Münchner Elektronik-Konzern hat die Bemühungen, für die angeschlagene IT-Tochter Siemens Business Services (SBS) einen Käufer zu finden, erfolglos abgebrochen. Die Unternehmensleitung setzt bei ihrem verlustreichen IT-Dienstleister nun auf die Sanierung aus eigener Kraft.

Nach monatelangen Gesprächen zwischen Siemens und dem französischen IT-Serviceanbieter Atos Origin sei der Verkauf zum Greifen nahe gewesen, berichtete der Brancheninformationsdienst "Computerwire". Bestandteil des geplanten Abkommens sei ein Outsourcing-Vertrag zwischen den Partnern gewesen. Allerdings habe Atos Origin darauf bestanden, dass bei SBS weitere 1000 Arbeitsplätze über die bislang angekündigten 5400 Stellenstreichungen abgebaut werden. Damit hätte die SBS-Mutter noch tiefer in die Tasche greifen müssen, um das IT-Servicegeschäft loszuwerden.

Siemens will selbst sanieren

Siemens kommentierte die Meldung nicht, aus dem Unternehmensumfeld verlautete jedoch, dass der Konzern mit verschiedenen Parteien über einen Verkauf von SBS gesprochen habe. Demnach sei die Summe strittig gewesen, die Siemens bei einem Verkauf wegen der schlechten Lage bei SBS hätte zuschießen müssen. Während die Bieter eine Summe von über einer Milliarde Euro verlangt haben sollen, sei Siemens nur zu einer geringeren Zahlung bereit, hieß es. Bei solch hohen Kosten habe es Siemens vorgezogen, den Bereich selbst zu sanieren.

Dem Zeitdruck hat sich Siemens-Chef Klaus Kleinfeld selbst ausgesetzt, als er zu seinem Amtsantritt bestimmte Umsatzrenditen der einzelnen Unternehmensbereiche versprochen hatte. Da SBS nach Einschätzung von Experten kaum eine Chance hat, bis dahin die geforderte Marge von fünf Prozent zu schaffen, galt ein Verkauf bislang als wahrscheinliche Lösung.

Eigene IT-Kompetenz im Hause

Nach Informationen des "Manager Magazins" wird für SBS nun möglicherweise eine Ausnahme gemacht. Bei der Überprüfung der Geschäftszahlen im kommenden April solle nicht der absolut erreichte Wert zählen, sondern die Verbesserung der Leistung. SBS-Bereichsvorstand Christoph Kollatz habe dem Zentralvorstand eine überzeugende Strategie für den verlustreichen IT-Dienstleister vorgelegt.

Zudem soll Kleinfeld nun davon überzeugt sein, dass Siemens eigene IT-Kompetenz im Haus benötige. SBS solle näher an das Kerngeschäft herangeführt werden. Das Magazin berichtete, SBS könne als interner Dienstleister aus dem operativen Geschäft von Siemens herausgelöst werden. Die Sparte würde dann als eigenes Segment unter "Other Operations" geführt, so wie beispielsweise Siemens Financial Services.

In dieses Bild passt, dass SBS seit mehr als einem Jahr dabei ist, den gesamten IT-Betrieb der einzelnen Siemens-Geschäftsbereiche nach und nach zu übernehmen. Allerdings bemüht sich der Anbieter weiter - und erfolgreich - um externe Aufträge. So hat jüngst das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) die gesamte IT an SBS ausgelagert. Der entsprechende Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren und ein Volumen von rund 32 Millionen Euro. SBS übernimmt im Zuge der Vereinbarung die in Berlin ansässige DIN IT Service GmbH mit 29 Mitarbeitern. Weitere neue Projekte mit externen Kunden betreibt SBS etwa in China und Österreich. (sp/tc/jha)