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05.04.2002 - 

Deutschlands größter Konzern

Siemens bekommt 240 000 Bewerbungen

MÜNCHEN - Schon in den Rankings der vergangenen Jahre war Siemens immer ganz vorne mit dabei, wenn Informatikstudenten die attraktivsten Arbeitgeber wählten. Laut CW-Umfrage hat der Münchner Konzern auch bei IT-Profis ein gutes Image. Von CW-Mitarbeiterin Bettina Wirth

Die Siemens AG bietet mit 160 deutschen Standorten und Niederlassungen in 170 Ländern Geschäftsbereiche vom Handy bis zum Turbinengaswerk an. Entsprechend vielfältig sind die Einsatzbereiche der IT-Profis. Entgegen häufiger Annahmen entwickelt das Unternehmen eben nicht nur Handys, wie der Deutschland-Leiter Recruiting Eric Hampe scherzhaft betont.

Damit die Mitarbeiter von der Vielfalt profitieren können, erfand der Konzern ein spezielles Karriereprogramm mit Namen EFA. Die Abkürzung steht für Entwicklung, Förderung und Anerkennung. Nach diesem Prinzip analysieren die Personalexperten das Potenzial der Mitarbeiter, loten die Stärken und Schwächen aus und leiten daraus deren Entwicklungsmöglichkeiten ab.

Ein Schritt auf der Karriereleiter kann zum Beispiel der unternehmensinterne Wechsel von der Region in die Zentrale sein. Hampe berichtet, dass die Führungskräfte den Wunsch eines Mitarbeiters nach Veränderung unterstützen, auch wenn sie einen guten Mann oder eine gute Frau natürlich lieber behalten würden. Aber der interne Wechsel sei im Vergleich zur Kündigung durch den Mitarbeiter die wünschenswertere Alternative.

Tritt der "Worst Case" doch ein und dem Unternehmen flattert eine Kündigung ins Haus, führt die Personalabteilung mit dem Mitarbeiter ein Austrittsinterview, in dem nach den Gründen für den Weggang gefragt wird. Warum jemand geht, lasse sich nicht verallgemeinern, so Hampe. Einige Mitarbeiter erklärten in den Austrittsinterviews, dass sie durch den permanenten Wandel verunsichert seien.

Lieber ist dem Unternehmen natürlich, wenn die Mitarbeiter rechtzeitig konstruktive Kritik üben. Jeder Unternehmensbereich bietet dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Regelmäßig finden Gruppen- und Abteilungsgespräche statt. "Bei Siemens Business Services gibt es unter anderem den so genannten Friday Letter: In dieser Mail können alle Wünsche sowie Missstände angesprochen werden", sagt Hampe. "Außerdem besteht einmal im Jahr die Möglichkeit, die Chefs zu beurteilen. Im Rahmen des Führungsgesprächs erhalten sie offene Rückmeldung, wie ihr Führungsverhalten von den Mitarbeitern erlebt wird. Manche Niederlassungen oder Geschäftsgebiete veranstalten auch ein gemeinsames Frühstück, bei denen sich die Mitarbeiter bei Kaffee und Brötchen direkt mit der Geschäftsleitung austauschen können."

Auch das Thema Aus- und Weiterbildung liegt Siemens am Herzen. Die Aufwendungen der Siemens AG für die Entwicklung der Mitarbeiter betrugen im letzten Geschäftsjahr 500 Millionen Euro. Die Aus- und Weiterbildung übernimmt der Geschäftsbereich Siemens Qualification and Training (SQT). Einen noch größeren internen Qualifizierungsanbieter stellt Siemens Business Services Learning dar. Egal ob Fachkarriere oder Betriebsleitung, die eigenen Schulungsabteilungen lehren nach dem Prinzip "Weiterbildung für Jedermann".

Die Entwicklungsmöglichkeiten in Großkonzernen sprechen sich offenbar herum, wie die Bewerberzahlen zeigen. Hampe rechnet vor: "Allein im vergangenen Geschäftsjahr bekam Siemens 240000 Bewerbungen, davon 110000 auf elektronischem Weg. Der Anteil der Initiativbewerbungen ist zurzeit sehr hoch." Allerdings sei es schwierig, aus diesem Volumen die richtigen Mitarbeiter herauszufiltern. Grundsätzlich aber freut sich Hampe über jede Bewerbung, denn die Siemens AG hat bundesweit noch 500 offene Stellen zu besetzen. Die besten Chancen für einen Job bei Siemens besitzen zurzeit Hochschüler. Viele erfolgreiche Bewerbungen stammen von Werkstudenten, die Siemens bereits während des Studiums von innen kennengelernt haben.