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18.10.1985 - 

Weitere PC-Varianten und elf neue Modelle der Rechnerfamilie 5.500:

Siemens bindet Mikro in BS2000-Mainline ein

MÜNCHEN (CW) - Auf Neues und Bewährtes setzt Siemens bei seinen Mikro-Newcomern PC-MX2, -MX4 und PC-2000: auf 32/16-Bit-Prozessoren und das Großrechner-Betriebssystem BS2000. Letzteres ermöglicht den Übergang zur Siemens-Mainline 7.XXX. Diese erweitern elf neue Modelle der Rechnerfamilie 7.500.

Die neuen Mikros basieren auf dem 32/16-Bit-Prozessor 32016 von National Semiconductors und sind mehrplatzfähig bis maximal 16 Benutzer. Auf dem PC-2000 läuft die nur wenig abgemagerte Version des Großrechner-Betriebssystems BS2000.

Grundsätzlich ist allen Rechnern aus dieser Familie das Betriebssystem "Sinix" gemeinsam, eine Xenix-Variante der Münchner. Auf diese Weise sind sie laut Siemens nicht nur untereinander kompatibel, sondern auch zu ihren bereits existierenden kleineren Brüdern PC-X und PC-MX, wobei die Kompatibilität bis auf die Anwenderprogrammebene reiche. Die "Neuen" sind weiterhin einheitlich ausgestattet mit einem 5?-Zoll-Floppy-Laufwerk mit 650 KB Kapazität. Die Unterschiede beginnen bei der Ausstattung mit Hauptspeicherplatz, Bei dem PC-MX2 reicht er je nach Ausbaustufe von 1 bis 4 Megabyte, von 2 bis maximal 8 MB beim MX4. Auch bei den Winchesterlaufwerken gibt es Unterschiede. Der MX2 kommt wahlweise mit 23, 36,8 oder 73,4 Megabytes Plattenkapazität, während im MX4 ein oder zwei Platten mit einer Kapazität von wahlweise 34 oder 67 Megabytes Platz finden. Bei allen Geräten besteht außerdem die Möglichkeit, ein Magnetbandkassettenlaufwerk mit 45 Megabytes Kapazität zur Datensicherung extern anzuschließen.

Während das Modell 1 des PC-MX4 zum Modell 2 hochgerüstet werden kann, läßt sich der PC-MX2 durch Einsetzen der BS2000-Befehlsprozessoren in den dafür vorgesehenen Steckplatz in einen PC-2000 verwandeln. Damit läuft außer Sinix gleichzeitig das Großrechner-Betriebssystem BS2000 auf dem PC. Das "Mikro-BS2000" ist dabei nach Siemens-Angaben zu 99 Prozent identisch mit demjenigen für die großen Rechner: Es verfüge über den gleichen Befehlscode, die gleichen Schnittstellen und die gleiche Benutzerführung. Lediglich auf einige "extreme Anwendungen" hat man verzichtet, Der PC-2000 läßt sich sowohl als Stand-alone-Unit einsetzen wie vernetzt mit anderen Rechner oder zur integrierten Verarbeitung, die logische Aufgaben innerhalb eines Programms auf mehrere Rechner verteilt. Besonders im vernetzten Betrieb - also innerhalb eines mittels der Transdata-Netzarchitektur realisierten Verbundes von größeren und kleineren Rechnern - komme Siemens zufolge die, Stärke eines Mainframe-Betriebssystems zur Geltung: Einerseits entlaste der PC-2000 die zentralen Rechner, andererseits würden für ihn neue Rechnerkapazitäten erschlossen.

Insgesamt biete das Betriebssystem eine ganze Reihe von Features, die für PCs noch als ungewöhnlich gelten können, wie Programmiersysteme für alle gängigen Compiler, Listengeneratoren, Datenkomprimierung, bei Datenhaltungssystemen Schutz vor unberechtigtem Zugriff, Query-Sprachen. Da der PC-2000 im BS2000-Modus die dem Betriebssystem bekannten Gerätecharakteristika emuliert, kann er dabei auch die gleiche Peripherie nutzen wie im Sinix-Modus. Das alles hat seinen Preis, der für eine PC-2000 in Minimalkonfiguration (BS2000-Prozessor mit 1 MB, Sinix-Prozessor mit ebenfalls 1 MB und Gleitkommaprozessor, E/A-Prozessor, Floppy-Laufwerk, Winchester mit 36,8 MB Kapazität, Bildschirm, Tastatur und Grundsoftware) bei etwa 45 000 Mark liege.

Die Zielgruppe für diese Rechner, die laut Hersteller ab dem ersten Quartal 1986 lieferbar sein werden, sind zum einen Anwender, die neben der zentralen Datenverarbeitung, beispielsweise mit den Rechnerfamilien 7.500 und 7.700 oder mit IBM-Rechnern, auch lokale Rechnerleistung in Filialen oder Fachabteilungen benötigen. Dazu könnten Banken, Handel, Industrie, Behörden und Universitäten gehören. Zum anderen peilt Siemens Kundengruppen an, die als PC-Aufsteiger an einem "fließenden" und weniger riskanten Einstieg in die Groß-EDV interessiert sind.

Auch in diesem Bereich tut sich was bei dem traditionsreichen Unternehmen: Gleich elf neue Zentraleinheiten für die Rechnerfamilie 7.500 werden künftig den Markt bevölkern, wobei vor allem das obere Ende des Leistungsspektrums deutlich ausgedehnt wurde. Die Anlage 7.500 überstreicht jetzt ein Leistungsspektrum von 1 bis 80, berücksichtigt man auch noch den PC-2000, sogar von 1 bis 200.

Die neuen Zentraleinheiten lassen, sich in drei Modellreihen einordnen. Die beiden größten CPUs bilden als 7.590-G und 7.590-R die Reihe 7.590 Das R-Modell schafft nach Herstellerangaben mit seiner Dual-Prozessor, Architektur 27 Mips, das G-Modell mit seinem Einzelprozessor immer noch 15 Mips. Nach unten schließt sich die Reihe mit den Typen 7.580D, -E, -I und -S an. Die Leistung variiert von 3,4 bis 1 1 Mips. In der 7.560-Reihe überstreichen die neuen Geräte -E, -F und -H die Bandbreite von 1,3 bis 3,1 Mips, die 7.530-C kommt auf 0,35 und die 7.530-H auf 1,2 Mips, jeweils mittels eines Standard-Benchmarks unter BS2000 ermittelt.

Die Leistungswerte der obersten Klasse führt Siemens dabei vor allem auf das Hardware-Design zurück. So nutzt der Verarbeitungsprozessor ein sechsstufiges Pipeline-System, und der Arbeitsspeicher ist in drei hierarchische Zugriffs-Stufen gegliedert: Den "Private Cache " für schnellen Zugriff, den globalen Pufferspeicher und den Hauptspeicher. Auch bei der nächstkleineren Modellreihe 7.580 verfügt der Verarbeitungsprozessor über einen eigenen Hauptspeicherauszug im "Private Main Memory Array". Die Verlagerung von Software in Mikrocode und zusätzliche schnelle Hardwarekomponenten sollen die Lösung technisch-wissenschaftlicher Probleme beschleunigen. Letzteres gilt auch für die Typen der Reihe 7.560, bei denen moderne VLSI-Bausteine in der schnellen ECL-Technik zum Einsatz kommen. Die Speicherkapazität reicht von vier, maximal acht Megabyte bei den kleinen Einheiten bis zu ausbaufähig auf 128 Megabyte beim Flaggschiff 7.590-R. Die Anlagen laufen sämtlich auf dem Betriebssystem BS2000 (wenn auch mit unterschiedlichen Versionen). Je nach Modell werden die Anlagen zwischen dem ersten Quartal '86 und '87 (7.590) lieferbar sein.