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03.03.2000 - 

SBS an Debis Systemhaus interessiert

Siemens bündelt die Kräfte für das M-Business-Zeitalter

03.03.2000
HANNOVER (gh) - Die Welt steht nach Ansicht des Siemens-Konzerns vor einer weiteren digitalen Revolution. Das E-Business wandelt sich zum Mobile-(M-)Business. Der Münchner Elektronikgigant will hier als Anbieter von Infrastruktur, Lösungen und Endgeräten an vorderster Front mitspielen und das Internet mobil machen. Europa wird dabei, so Siemens-Manager Volker Jung auf der CeBIT, den USA den Rang ablaufen.

Jung, für den Konzernbereich Information and Communications (I and C) verantwortliches Vorstandsmitglied der Siemens AG, lehnte sich vor der Presse in Hannover weit aus dem Fenster: "Die Amerikaner haben einen tödlichen Fehler gemacht, indem sie das Thema Mobilfunkstandards lange Zeit nicht ernst genommen haben und dann der Meinung waren, alles anders als der Rest der Welt machen zu müssen." Jetzt bekämen sie, so Jung in Anspielung auf die Technologieführerschaft der Europäer bei den Übertragungsnormen GSM und UMTS, dafür die Quittung. Der schon seit einiger Zeit viel diskutierte Mobile Commerce werde dank der dort eindeutig besseren Mobilfunkinfrastruktur seinen Siegeszug vom Alten Kontinent aus antreten. Schon in fünf Jahren dürften weltweit mehr als die Hälfte aller an das Internet angeschlossenen Geräte mobil sein, wobei nur die wenigsten Komponenten klassische Mobiltelefone sein werden. Der Wettbewerbsvorteil eines Anbieters liege somit künftig darin, das gesamte Spektrum von der Netzinfrastruktur, sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz, über Lösungen und Dienstleistungen bis hin zu Endgeräten im Portfolio zu führen.

Sein Unternehmen bündelt deshalb, wie Jung ankündigte, zum 1. April 2000 innerhalb des Konzernbereichs I and C alle Aktivitäten im Bereich Mobilfunk in der neuen Business Unit Information and Communication Mobile (ICM). Die Division umfasst das Geschäft mit Mobil- und Festnetztelefonen, mobilen Organizern und anderen Endgeräten sowie Mobilfunknetzen. ICM löst damit den bisherigen Bereich Information and Communications Products (ICP) ab und startet Siemens-Angaben zufolge mit einem Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro. Bereits Ende kommenden Jahres soll ICM einen Weltmarktanteil zwischen zehn und 15 Prozent erreichen. Für 2001 ist auch der Markteintritt in den USA geplant. Erklärtes Ziel sei es unter anderem, sich im kommenden Jahr mit rund 60 Millionen verkauften Mobiltelefonen unter den Top Drei der einschlägigen Hersteller zu etablieren.

Die organisatorischen Maßnahmen orientieren sich, wie der Siemens-Manager weiter ausführte, an den vier strategischen Schwerpunkten von I and C: IuK-Produkte, Mobilfunknetze und Mobile Equipment, IP-basierte Netze sowie E-Business-Lösungen und -Services. "Wir machen das Internet mobil", rührte Jung die Werbetrommel in eigener Sache. Auch die Anforderungen an konvergierende Sprach- und Datennetze würden immer umfangreicher. Der Bereich Information and Communications Networks (ICN) gründet deshalb ebenfalls zum 1. April 2000 ein eigenes Geschäftsgebiet "Enterprise Networks" (EN). Aufgabe von EN wird die Entwicklung und Installation von Multimedia-Netzen beziehungsweise -Anwendungen für Unternehmen und Privatkunden sein.

Zurückhaltend äußerte sich Jung zu Spekulationen über die Übernahme des Debis Systemhauses durch Siemens Business Services (SBS): "Das Debis Systemhaus würde gut zu uns passen, aber der Preis muss stimmen. Noch laufen die Gespräche. Wir sind einer von mehreren Interessenten." Der Siemens-Vorstand unterstrich in diesem Zusammenhang die "Schlüsselfunktion", die SBS als "Wachstumstreiber" für den gesamten Konzern zukomme. Das gesamte Konzern werde "mit aller Macht auf Internet-Kurs getrimmt". SBS wolle man dabei künftig neben dem Consulting und Rechenzentrumsbetrieb vor allem als Anbieter von E-Business-Lösungen (mobile Bestellung von Waren, Reisebuchungen, Abwicklung von Finanztransaktionen) positionieren.

Eher am Rande fand in Hannover eine organisatorische Veränderung im IT-Dienstleistungsgeschäft der Münchner Beachtung. Die bisher selbständig und vorwiegend im so genannten produktnahen Bereich (zum Beispiel PC-Wartung) tätige IT Service GmbH wird organisatorisch ab sofort SBS zugeordnet. Gleichzeitig bereitet SBS die Übernahme eines 5000 Mitarbeiter großen US-IT-Dienstleisters vor. Beide Maßnahmen sollen die Auslandspräsenz von SBS verstärken und gleichzeitig den Aufbau einer "weltweiten Plattform" für produktnahe Services einleiten.