Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.07.1982

Siemens dementiert Probleme bei 370 Anpassung

Gegenargumente zu dem þArtikel in der Computerwoche vom 11. 6. 82 "370-Anpassung stellt Siemens vor Probleme".

In den o. a. Artikel sind folgende Grundaussagen enthalten, für die im einzelnen Gegenargumente gegeben werden:

Aussage 1: Im BS2000 sind nur die neueren Module dokumentiert; deswegen kennen sich nur wenige Mitarbeiter von Siemens in den Grundelementen des BS2000 aus.

Gegenargument: Mit BS2000 V3.0 wurde das BS2000 1976 zur Hauptproduktlinie erklärt. Seit diesem Zeitpunkt hat sich der Umfang des Systems mehr als verdreifacht. Dabei wurden wesentliche Teile des BS2000 neu geschrieben und nach Dokumentationsstandards dokumentiert.

Beispiel für neue bedeutende Komponenten sind:

DJCTRL = Ein-/Ausgabebaustein

BCAM/DCAM = Fernverarbeitungszugriffsmethoden

UTM = Transaktionsmonitor

PRIOR = Prioritätensteuerung

DVS = Einführung chained 10 Restrukturierung UPAM, ISAM, Bandverarbeitung

Neben anderen Erweiterungen im System wie Biprozessorunterstützung, Intertaskkommunikation, Common-Memory-Unterstützung sind alle wichtigen Utilities ersetzt durch neue Produkte.

Beispiele sind:

FDDRL = phys. Datensicherung

ARCHIVE = log. Datensicherung

LMS = Bibliothekssystem

PERCON = Umsetzer

RAV-C = Accountauswertung

Das BS2000 wird bis V8.0 (1984) vollständig überarbeitet, neu codiert und damit dokumentiert sein.

Das Anzweifeln der Mitarbeiterkenntnisse zum Betriebssystem ist absurd, da zum Beispiel der Ersatz einer Prioritätssteuerung, die Einführung von Intertaskmechanismen hohe Anforderungen an BS2000-Kenntnisse und an die Mitarbeiterqualifikation stellen.

Aussage 2: Univac-Entwickler sehen in der Anpassung des BS2000 an "IBM-Kompatibilität" aus ihrem Vergleich zum VS9 einen Höllenaufwand.

Gegenargument: Der Vergleich vom BS2000 zu dem RCA-Systemen und dem daraus weiterentwickelten Univac-VS9-System ist heute unzulässig, da Siemens seit BS2000 V3.0 in sein Mainline-Produkt ungleich mehr an Entwicklungen investiert hat als Univac in das VS9. Bei Univac ist VS9 auf dem Abstellgleis, Hauptlinie ist OS1100.

Der Höllenaufwand, der von Univac-Entwicklern prophezeit wird, soll sich in der Größenordnung eines neuen Betriebssystems bewegen. Die tatsächlichen Aufwendungen liegen in der Größenordnung, die kleiner ist als eine Betriebssystemversion. Betriebssystenversionen werden im Rhythmus von 1 bis 1 1/2 Jahren freigegeben. Das BS2000 ist im Zentralsystem so strukturiert, daß mehrfach benötigte Funktionen und Schittstellen in zentralen Modulen konzentriert sind. Dies ist eine besondere Stärke des BS2000. Beispiele hierfür sind die zentrale Katalogverwaltung, die zentralen Ein-/Ausgabebausteine für alle Zugriffsmethoden und die saubere Struktur der Dialogzugriffsmethoden. Diese Struktur des Systems erleichtert die Anpassung an die Hardware/Software-Schnittstellen der IBM-370-Architektur.

Zusätzlich muß berücksichtigt werden, daß die 7.5er-Architektur in wesentlichen Elementen der 370-Architektur entspricht (z. B. Befehlsliste, Adreßumsetzung) .

Aussage 3: Die Anpassung an die 31-Bit-Adressierung bringt weitere Verzögerungen von bis zu 2 Jahren.

Gegenargument: Unabhängig von der Anpassung an 370/XA ist die 31-Bit-Adressierung im Rahmen der normalen Versionsplanung vorgesehen. Die Mitarbeiter von Siemens sind bereits bei der Realisierung die in folgenden Stufen erfolgt:

a) Mit dem Biprozessor auf Basis der 7.571 wird ein Realspeicher großer 16 MB unterstützt.

b) Mit V8.0 ist die reelle Adressierung mit 31-Bit-Adressen vorgesehen.

c) Mit der 370/XA-Unterstützung wird die virtuelle Adressierung mit 31-Bit-Adressen vorgesehen.

Die Realisierung in diesen Schritten ist sinnvoll, weil der Leistungsanstieg der Rechner zunächst die Bedienung von Arbeitsspeichern großer 16 MB erforderlich macht. Der virtuelle Adreßraum von 16 MB stellt z. Z. in den seltensten Fällen eine Begrenzung dar.

Aussage 4: Bewußte Negativaussagen zeigen Ziel des Artikels.

Argumente: Folgende Negativaussagen dokumentieren die

Absicht des Autors:

"Rettet BS2000"

"Schnittstellenpolitik" statt Strategie

"Kessler & Co."

"BS2000-Trimm"

"historisches" RCA-System

"Rettungsaktion"

"Höllenaufwand "

"Kreuzfeuer der Anwenderkritik"

Ein Artikel mit der Häufung von so zahlreichen Negativaussagen unterstreicht die Absicht des Artikels, den Versuch zu unternehmen, die neue Systemstrategie in Zweifel zu stellen und mit Polemik die Aussage von Dr. Kessler durch die Aussage eines anonymen, verärgerten, mutmaßlichen UB-D-Mitarbeiter zu unterminieren.