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Gemeinsame Entwicklung des 256-Megabit-DRAMs


24.07.1992 - 

Siemens, IBM und Toshiba gründen ein Chip-Triumvirat

NEW YORK (CW) - Die drei größten Halbleiter-Hersteller aus Europa, USA und Japan Siemens, IBM und Toshiba wollen die übernächste Speichergeneration - die 256-Megabit DRAMs - gemeinsam entwickeln. Das teilten die Konzerne am Dienstag vergangener Woche in New York mit.

Die Forschung an dem Superchip soll zwar bei allen drei Konzernen stattfinden, aber das Zentrum der Arbeit wird im IBM-Forschungslabor in East-Fishkill liegen, wo die Armonker bereits zusammen mit Siemens den 64-Mbit-Chip entwickeln. Bis zu 200 Mitarbeiter sollen an dem Projekt arbeiten, das bis zum Ende des Jahrzehnts einen produktionsreifen 40-MB-Chip hervorbringen soll. Weil die kleinsten Strukturen dieses Superchips nur noch eine Breite von 0,25 Mikron aufweisen - das ist 400mal dünner als das menschliche Haar - , müssen wahrscheinlich neue Prozeßtechnologien wie die Röntgenstrahllitographie eingeführt werden. Die Entwicklung dieser Technik, bei der die Strukturen anstatt mit Licht per Röntgen strahlen auf das Silikon gebracht werden, laufen bereits in East-Fishkill .

Das Motiv für den Schulterschluß der konkurrierenden Halbleitergiganten ist einfach: Die Entwicklungskosten einer neuen Chipgeneration werden auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt, wobei der Aufbau einer entsprechenden Produktion leicht noch einmal die gleiche Summe verschlingen kann.

Diese Zusammenarbeit ist nicht die erste, die auf diesem Gebiet geschlossen wurde. Siemens beispielsweise betreibt neben der 64-Mbit-Entwicklung mit IBM eine 16-Mbit-Produktion in Frankreich. Von Toshiba, das im Ruf steht, die beste Halbleiterproduktion der Welt zu haben, kauften die Münchner seinerzeit die Lizenz für den 1-Mbit-Chip. Toshiba ist darüber hinaus zur Zeit IBMs wichtigster Partner in Japan. Man verfolgt gemeinsame Projekte in Sachen Farb-LC-Displays und bei Flash Memorys.

Diese Allianz komme auch der gesamten europäischen Wirtschaft zugute, erklärte Siemens Vorstandsmitglied Jürgen Knorr. Schließlich sei eine Kooperation mit den Japanern besser als der bisherige Konfrontationskurs.

An eine gemeinschaftliche Produktion des Superchips ist einem Bericht im "Wall Street Journal" zufolge nicht gedacht Offenbar wollen die drei Unternehmen den Eindruck vermeiden, daß auf diese Weise ein weltweites Chip-Kartell entsteht welches ähnlich wie die Opec beim Öl die Preise für Speicher diktiert, schreibt das amerikanische Wirtschaftsblatt unter Berufung auf Industriebeochter.