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11.07.2003 - 

Verluste waren aber zuletzt immer noch hoch

Siemens-ICN sieht ein Ende der Krise

MÜNCHEN (CW) - Thomas Ganswindt, Chef des Siemens-Geschäftsbereichs Information and Communication Networks (ICN), hält die Krise für überstanden und sieht sein Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.

Ganswindt ist optimistisch, im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende: 30. September 2003) mit ICN schwarze Zahlen zu schreiben. Das zweite Quartal (Ende: 31. März) hatte ICN allerdings mit einem Verlust von 147 Millionen Euro abgeschlossen. Der Umsatz in diesem Zeitraum war gegenüber 2002 um 37 Prozent zurückgegangen.

Im Halbjahresergebnis sahen die Ergebnisse für Ganswindt ebenfalls nicht ermutigend aus: Hier hatte ICN im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 33 Prozent hinnehmen müssen. Der Verlust für die Zeit vom 1. Oktober 2002 bis 31. März 2003 betrug 298 Millionen Euro. Pessimistisch stimmt in diesem Zusammenhang ferner, dass sich auch der Auftragseingang sowohl im zweiten Quartal (minus 22 Prozent) als auch im ersten Halbjahr 2002/03 (minus 24 Prozent) erheblich reduzierte. Die Ergebnisse aus dem dritten Quartal (Ende: 30. Juni) wird die Siemens AG für den Gesamtkonzern wie für die Geschäftsbereiche am 24. Juli veröffentlichen.

Ganswindt steht konzernintern unter hohem Erfolgsdruck. Der ICN-Chef muss spätestens bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahres eine Umsatzrendite von acht bis elf Prozent erwirtschaften. Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat keinen Zweifel daran gelassen, dass diese Vorgaben einzuhalten sind.

Innerhalb der ICN konnte das Geschäftsgebiet Enterprise Networks bei einem Umsatz von 887 Millionen Euro einen Gewinn von 49 Millionen Euro verbuchen. Verlustbringer ist eindeutig das Netzbetreiber- und Dienstleistungsgeschäft: Wegen einer "anhaltenden Nachfrageschwäche und dem zunehmenden Preiswettbewerb" habe diese ICN-Sparte bei einem Umsatz von 797 Millionen Euro einen Verlust von 180 Millionen Euro eingefahren.

Das Nettovermögen von ICN hatte sich innerhalb eines halben Jahres bis zum 31. März von 1,1 Milliarden auf 694 Millionen Euro gemindert. Für Personalmaßnahmen und so genannte Kapazitätsanpassungen wandte Siemens hier im zweiten Quartal allein 44 Millionen Euro auf. Im ersten Halbjahr buchte ICN für Personalmaßnahmen und Vermögensabschreibungen 93 Millionen Euro ab.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im zweiten Quartal 2003 auf 36000 reduziert. Ziel ist, bis Ende September weitere 1000 Angestellte zu entlassen. Insgesamt hätte ICN damit innerhalb von rund zwei Jahren etwa 20000 Stellen abgebaut. Allerdings zahlt das Unternehmen für diese drastische Reduktion mit erheblichen Reibungsverlusten: Nicht nur hat sich die Belegschaft in der Münchner Hoffmannstraße in ungewohnter Weise zusammengeschlossen und solidarisiert. Münchner Arbeitsgerichte werden zudem mit Kündigungsschutzprozessen überflutet. (jm)