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08.04.1988

Siemens in der Krise

Siemens in der Krise. Die Stimmung bei den Managern ist mies. Das zur Schau gestellte "Post "-Vertrauen trügt. Mit ihrer Forderung, das Zusammenwachsen von Telefonie und Datentechnik müsse als das Marktziel schlechthin definiert werden (CW Nr. 13 vom 25. März 1988, Kolumne: "Kessler-Hut"), haben die Siemens-Oberen den internen Disput um die "richtige" Konzernorganisation neu entfacht.

Strittig ist dabei in der Unternehmensspitze nicht, was der Markt der Daten- und Kommunikationstechnik momentan hergeben könnte, sondern nur, ob das Engagement der einzelnen Siemens-Unternehmensbereiche ausreicht, die vermeintlichen Zukunftsmärkte der ISDN-Welt für Siemens zu erobern. Darauf sind alle Anstrengungen ausgerichtet, an diesem fernen Traumziel wird heute die Motivation der Mitarbeiter gemessen.

Dem Siemens-Kalkül fehlt es an innerer Logik. Der Markt führt den Gegenbeweis. Den Tiefpunkt der Konzeptionslosigkeit erreichen die Münchner Telefoniker dort, wo Vorstandsmitglieder die typischen Prognosen der Marketiers in den sicheren Stand der Erkenntnis erheben - als ob ISDN schon ein Geschäft wäre. Wenn heute einer behaupten würde, daß da (Stichworte: Bild, Text, Daten, Sprache) überhaupt nichts zusammenwächst, niemand könnte ihn widerlegen. Zumindest was die "Sprache" (hier: das gute alte Telefon) betrifft, klingt eine derartige Aussage alles andere als kess. Mit Hicom haben die Siemensianer bereits einschlägige Erfahrungen sammeln können.

Siemens in der Krise. Daß die Kaskes und Kesslers an ihrem ISDN-Glauben festhalten, macht die Sache so gefährIich. Es ehrt sie gewiß, bereits an 1993 zu denken. Doch auf absehbare Zeit lassen sich sprachvermittelnde Bildtextdaten-Anlagen in interessanten Stückzahlen nicht verkaufen. Merke: Welche Kommunikationstechnik "in" ist, bestimmen immer noch die Anwender.