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19.02.1982 - 

Schwere Verluste im DV-Bereich und bei Bauelementen:

Siemens ist mit sich nicht zufrieden

MÜNCHEN (nw) - Schwere Verluste haben die Bereiche Bauelemente und Datentechnik mit je fünf Prozent Umsatzanteil der Siemens AG, Berlin und München, im Geschäftsjahr 1980/81 eingebrockt. Für die Zukunft hat sich der Elektrokonzern vorgenommen, seine Rolle als "Universalist" aufzugeben.

Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen noch einen Jahresüberschuß von 509,4 Millionen Mark (Vorjahr: 632,5). Die Umsätze wuchsen dabei um acht Prozent auf 34,6 Milliarden Mark. Damit fiel die Umsatzrendite von zwei auf 1,5 Prozent.

Mit diesem Ergebnis zeigt sich der Vorstandsvorsitzende Karlheinz Kaske alles andere als zufrieden. Verantwortlich für das Desaster im DV-Bereich sei teilweise das schlechte Ergebnis der mit zweijähriger Verspätung in die Produktion gegebenen Serie 7.561-71. Zudem, so vermuten Branchenkenner, habe sich der Konzern mit seinem großen Produktespektrum im Bauelementebereich übernommen. Hier seien jedoch bereits Strukturmaßnahmen im Gange.

Als ausschlaggebend für die verschlechterte Ertragslage erwies sich auch, daß das Auslandsgeschäft zwar gut war, nicht aber den schwachen Inlandsumsatz wettmachen konnte. Denn die Auslandstöchter verdienten insgesamt 90 Millionen Mark weniger. Weiter negativ wirkten die 1,2 Milliarden Mark Kostensteigerungen, die aus Wettbewerbsgründen nur zu einem Drittel in den Preisen weitergegeben werden konnten. Außerdem verringerte sich die Kapazitätsauslastung um zwei auf 80 Prozent.

Kaske und sein Vorstand stellten inzwischen eigenen Angaben zufolge die Weichen, um den Gewinn wieder zu verbessern. Damit verbunden sind Umstrukturierungen sowie ein Personalabbau von fünf bis sieben Prozent im laufenden Jahr. Das bedeutet, daß heuer rund 20 000 Siemens-Mitarbeiter weltweit sich einen neuen Job suchen müssen. In 1980/81 waren es 6000, darunter 5000 im Inland. Der geplante Abbau 1981/82 entspreche aber der Fluktuation im Inland.

Immerhin kann Siemens von einem Auftragspolster von 52,9 Milliarden Mark zehren, was etwa 11/2 Jahresumsätzen entspricht. Für 1982 hofft der Siemens-Chef, die Verluste in der Datentechnik halbieren zu können, während bei Bauelementen noch hohe Belastungen aus dem nicht-operationalen Teil zu verkraften sind. Im ersten Quartal jedoch hat sich zumindest die Beschäftigungslage noch nicht entschärft. Im Siemens-Bericht zu den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres heißt es dazu: "Über die fluktuationsbedingten Abgänge hinaus können auch vereinzelt Entlassungen notwendig werden."