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08.07.1983 - 

Vertriebsschwerpunkt Großindustrie und Behörden

Siemens-Kunden sind überdurchschnittlich treu

WIEN (eks)- Durch überdurchschnittliche Kundentreue ist der Installationspark von Siemens Data in Osterreich gekennzeichnet. Von den etwa 100 Anwendern der Siemens-Universalrechner sind aber 80 für mehr als eine Systemgeneration herstellertreu geblieben. Der neue Geschäftsführer Krammer führt dies auf HWS-Kompatibilität und Intensive Kundenbetreuung zurück.

Mitarbeiter der "1. Stunde" ist Eugen Krammer, der mit 1. Juni 1983 das Steuer des Siemens Data-Vertriebs übernommen hat. Nach einem Studium der technischen Chemie an der TH-Wien trat er 1960 in die Zuse GmbH in Wien ein. Von 1966 bis 70 war er Leiter des Donau-Rechenzentrums, dessen Aufgaben einige Jahre später von Siemens-RZ übernommen wurden. Ab 1970 war Krammer Vertriebsbeauftragter für das Geldwesen und ab 1973 Bereichsleiter, zuerst noch bei der Siemens AG und 1974/75 bei der Unidata. Seit 1978 leitete er den Vertrieb und folgte heuer Franz Kriegler als Geschäftsführer nach.

Siemens Data ist in Osterreich bei den Universalrechnern mit 138 Installationen (1.1.83) und etwa 100 Kunden Diebold-Zweiter nach IBM. Auffallend hoch sind die durchschnittlichen Anlägenwerte.Sie liegen mit 9,1 Millionen Schilling je Installation deutlich über dem Durchschnitt von 3 Millionen und auch über dem Wert des Hausnachbarn IBM mit 5,5. Nur NAS übertrifft Siemens mit 19,7 Millionen Schilling. Auf diese verhältnismäßig hohen Anlagenwerte führt Krammer auch die Möglichkeit zurück, seine Kunden besonders intensiv zu betreuen. Siemens-Kunden sind denn auch überdurchschnittlich treu. Die Erwartung, daß 80 Prozent der gegenwärtigen Kunden sich auch in Zukunft für Siemens-Rechner entscheiden würden, bezeichnet Krammer angesichts bisheriger Treue als "eher vorsichtige Schätzung". In den letzten Jahren war nur ein größerer Verlust zu verzeichnen. Die Motorenkonstrukteure von AVL in Graz wechselten wegen besonders intensiver CAD-Anforderungen zu DEC.

Dafür gelang jedoch Siemens zum Beispiel ein Einbruch bei der bisherigen IBM- und Sperrydomäne Sozialversicherung. Der Hauptverband der SV-Träger entschied sich für einen Großrechner 7865. Bescheiden wurde der Installationserfolg dieser Tage durch ein IBM 3031 zum Verkauf anbot. Die Bekleidungsfirma Modenmüler wurde HB abgeknöpft. Dort steht nun eine Siemens 7536 mit Nixdorf-Kassen.

Die Denkweise der Siemens-Mannschaft ist stark von Großrechnern und den in den letzten Jahren gewonnenen Kunden aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung geprägt. Das Renommieren fast jedes anderen Herstellers mit Dezentralisierung und persönlichen Computern qualifiziert Krammer als "Disneyland der Computerzukunft" ab. Siemens setzt zum Beispiel bei der Textverarbeitzung (TV) weiterhin auf Großsysteme. Siemens-Kunden betreiben TV mittels Intext auf ihren Mainframes. Auch von Siemens PCs ist hierzulande wenig zu hören. Für die 6600-Serie wird "nicht aktiv akquiriert", obwohl Krammer ein "erhöhtes Interesse für die 6610/11 seitdem es den PC gibt" konstatiert. Dies ist natürlich auch dadurch bedingt, daß Siemens-Data in Österreich nicht für Text- und Bürosysteme zuständig ist (dieser Bereich gehört zur Muttergesellschaft, der Siemens AG)-. "Als relevanten Mitbewerb" sieht Krammer IBM, Sperry, HB und, wer hätte das gedacht, ICL. In der Geschäftspolitik der Siemens Data wird durch den Führungswechsel keine wesentliche Änderung eintreten. Krammer sieht das von ihm geführte Unternehmen als "100prozentige Tochter der Siemens AG ohne extreme Werbefreudigkeit". Auch weiterhin soll der Vertriebsschwerpunkt bei IBM-Kompatibilität, Großindustrie und Behörden liegen. "Dort ist das Geschäft zwar sehr mühsam, aber die Kontakte sind dann sehr dauerhaft", meint der neue Geschäftsführer.