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01.03.2005

Siemens lagert IT an Tochter SBS aus

Siemens Business Services soll die komplette IT- und Netzinfrastruktur übernehmen.

Bis zum Jahr 2007 will Siemens die IT- und Netzinfrastruktur aller zwölf Konzernbereiche weltweit in die Hände von SBS legen. Wie SBS-Sprecher Jörn Roggenbuck erläuterte, geht es dabei nicht nur um Rechenzentren und dezentrale Server sondern auch um die komplette Sprachkommunikation und sämtliche Desktop-Systeme. Der Siemens-Konzern beschäftigt insgesamt rund 430 000 Mitarbeiter, die meisten davon nutzen einen PC. Die grundsätzliche Outsourcing-Entscheidung der Siemens AG sei schon vor längerer Zeit gefallen, so Roggenbuck. In den beiden Konzernbereichen Transportation Systems sowie Logistics and Assembly liefen bereits Pilotprojekte.

Für die IT-Dienstleistungstochter ist der Auftrag pro Jahr mehrere hundert Millionen Euro wert, Siemens erhofft sich im Gegenzug erhebliche Einsparungen. So plant die Konzernleitung auf verschiedenen Ebenen, die heterogene IT-Landschaft zu harmonisieren - eine Herkulesaufgabe, die sich schon der einstige SBS-Chef und spätere Siemens-CIO Friedrich Fröschl auf die Fahne geschrieben hatte. Dennoch gelang es den mächtigen Regionalfürsten im Siemens-Reich immer wieder, ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen.

Verkaufsgerüchte halten sich

SBS jedenfalls wertet den Großauftrag als Bekenntnis der Siemens AG zur IT-Tochter. "Die Entscheidung stärkt die Stellung von SBS im Konzern", gab sich Roggenbuck überzeugt. Dadurch werde sich auch die Umsatzstruktur des Dienstleisters verändern. Gegenwärtig generiert der Serviceanbieter rund ein Viertel seiner Jahreseinnahmen von 4,7 Milliarden Euro mit der Konzernmutter.

Wegen anhaltend schwacher Geschäftsergebnisse steht SBS schon seit mehr als drei Jahren unter strenger Beobachtung des Siemens-Zentralvorstands. Bereits vor dem Wechsel von Klaus Kleinfeld an die Konzernspitze häuften sich Gerüchte über eine mögliche Zerschlagung oder einen Verkauf der IT-Tochter.

Dass der Outsourcing-Deal für SBS eine Bestandssicherung bedeutet, bezweifeln indes einige Branchenkenner. "Die Verkaufsoption ist damit nicht vom Tisch", kommentiert etwa Katharina Grimme vom Marktforschungshaus Ovum. Die Performance-Probleme von SBS würden damit keineswegs gelöst. Gerade der Bereich Infrastruktur-Outsourcing habe sich zum Commodity-Geschäft mit niedrigen Gewinnmargen entwickelt. Vor diesem Hintergrund lasse sich die Ankündigung auch anders interpretieren: "Man könnte SBS damit auch einem potenziellen Käufer schmackhaft machen." Gerade die großen US-IT-Dienstleister, die dafür in Frage kämen, wollten sich mit einer Übernahme dieses Kalibers in der Regel auch einen großen Outsourcing-Deal sichern.(wh)