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10.02.2005

Siemens lagert Steuerung von Netz-Providern aus

Bei der Erneuerung seiner Infrastruktur entschied sich der Konzern für einen "virtuellen Netz-Operator".

Das Corporate Network der Siemens AG hat eine wechselvolle Geschichte. In den 90er Jahren intern aufgebaut, wurde es vor etwa fünf Jahren an zwei Betreiber ausgelagert, die es als proprietäres Siemens-Netz betrieben. Um die Kosten zu senken und den Service umfassender zu gestalten, entschied das Unternehmen 2003, sein Netz auf öffentliche (IP-) Angebote umzustellen. Für die unterschiedlichen geografischen Regionen des Weltkonzerns sollte jeweils ein dort heimischer Provider verantwortlich zeichnen. Jeder zertifizierte Anbieter wurde auf bestimmte Service-Levels verpflichtet und musste die Gesamtverantwortung für ein Gebiet übernehmen: "Wir wollten kein Rosinenpicken", konstatierte Axel-Rene Schib, Vice President CIO Infrastructure bei der Siemens AG, anlässlich der diesjähigen "Handelsblatt"-Konferenz "Strategisches IT-Management".

Die unterschiedlichen Netzabschnitte sollten jedoch zu einem weltumspannenden Service zusammengeschaltet werden, so dass der Nutzer an den Übergängen keine Reibung spürt. Außerdem bedarf ein solches Konstrukt einer neutralen Instanz, die die Service-Levels überwacht und gegebenenfalls neu verhandelt. Wie Schib betonte, durfte diese Kontrollfunktion keinesfalls einer der Provider wahrnehmen.

Siemens selbst wollte sich damit allerdings nicht belasten. Vielmehr delegierte das Unternehmen diese Aufgaben an die Vanco GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg. Sie fungiert nun als virtueller Netzoperator, der die Service-Levels von Anfang bis Ende überwacht. Zudem handelt der Third-Party-Anbieter die Verträge mit den lokalen Providern aus und dockt deren Services an die Netzknoten des "Siemens Network Exchange" (SNX) an. Last, but not least fungiert Vanco auch als eine Schlichtungsstelle, falls Probleme zwischen Nutzer und Provider auftauchen.

Durch die Einschaltung dieser dritten Seite kommt Siemens nun seiner Vision eines "globalen Netz-Sourcing" immer näher. Seit dem vergangenen Herbst ist der erste "Exchange Point" in Betrieb. Im Laufe dieses Jahres soll das gesamte Unternehmensnetz auf die neue Lösung umgestellt werden. Wie Schib versicherte, lassen sich jetzt bereits die Vorteile nachweisen: Bei geringeren Kosten steigt die Flexibilität der Geschäftsprozesse. (qua) u