Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.06.1990 - 

Deutsche Allianz gegen die marktbeherrschenden Japaner

Siemens lagert weiteren Bereich aus: Bürodrucker kommen zu Mannesmann

01.06.1990

MÜNCHEN/DÜSSELDORF (CW/vwd) - Siemens steigt bei Mannesmann-Tally ein. Für den Bürodrucker-Bereich, den der Münchner Elektronikkonzern im Wege einer Kapitalerhöhung durch Sacheinlage bei Tally einbringt, erhält Siemens - vorbehaltlich der Kartellamts-Zustimmung - eine Beteiligung von 49 Prozent an der bisher hundertprozentigen Tochter der Düsseldorfer Mannesmann AG.

Bereits am 1. Oktober dieses Jahres soll der Deal abgeschlossen sein und die neue Gesellschaft als Mannesmann Tally GmbH mit dem Zusatz "ein Unternehmen von Mannesmann und Siemens" firmieren. Dabei dürfte das Unternehmen, an dem die Mannesmann AG in Zukunft 51 Prozent hält, weiter von seinem bisherigen Chef Peter Jung und dem jetzigen Management-Team geführt werden.

Der bis dato im Siemens-Geschäftsbereich Peripherie und Endgeräte (PE) angesiedelte Bürodrucker-Bereich hat im vergangenen Jahr mit 700 Mitarbeitern einen Umsatz von 250 Millionen Mark gemacht und war nach Angaben der Münchener profitabel. Der zukünftige Partner ist weitaus größer. Nach eigenen Angaben beschäftigte Tally im vergangenen Jahr 1700 Mitarbeiter und brachte es auf Einnahmen in Höhe von 520 Millionen Mark.

Von der Kooperation, die noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden bedarf, erwarten die Beteiligten eine verbesserte Wettbewerbsstellung im hart umkämpften Markt für Bürodrucker - auf dem der relativ kleine Siemens-Bereich angesichts der marktbeherrschenden Stellung der Japaner mittelfristig wohl Schwierigkeiten bekommen hätte -, vor allem, weil sich die Produktpalette der Partner ergänze: Mannesmann-Tally fabriziert in erster Linie Matrixdrucker und Siemens Tintenstrahl- und Thermodrucker. "Das Unternehmen wird", so heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung, "in Zukunft das gesamte Spektrum moderner und leistungsfähiger Bürodrucker vom Nadel-, über Tintenstrahl-, Thermotransfer- bis zum Laserdrucker anbieten."

So soll der gemeinsame Umsatz, der heute bei etwa 770 Millionen Mark liegt, bis 1991 um 17 Prozent auf 900 Millionen Mark wachsen.

Ein Mannesmann-Sprecher erklärte, man erwarte niedrigere Produktionskosten und höhere Margen. Das wolle man allerdings ohne Entlassungen oder Schließung von Produktionsstätten erreichen, betonte ein Siemens-Sprecher.

Am Dienstag letzter Woche kündigte Siemens nicht nur das Zusammengehen mit Mannesmann-Tally an, sondern nahm auch zum Kursrückgang vom Vortag Stellung, den die Siemens-Aktie aufgrund der von Finanzanalysten zurückgeschraubten Gewinnerwartungen hinnehmen mußte. Die Münchner teilten mit, daß im Rahmen eines Gesprächs mit den Analysten vom Montag über den Halbjahresbericht, der einen weiterhin positiven Geschäftsverlauf ausweise, auch auf die zusätzlichen rund 2,3 Millionen Aktien hingewiesen worden sei, die Einfluß auf die Berechnung des DVFA-Ergebnisse (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung) je Siemens-Aktie hätten. Die neuen Anteilsscheine seien aus der Ausübung der per 30. Mai 1990 auslaufenden Optionsscheine sowie aus der jährlichen Emission von Mitarbeiter-Aktien entstanden. Daraus resultiere ein Verwässerungseffekt von rund fünf Prozent im Ergebnis je Aktie.