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25.03.1988 - 

Unternehmensbereich Kommunikations- und Datentechnik gestrafft

Siemens: Mehr Kundennähe durch neue Struktur

MÜNCHEN/HANNOVER (cmd) - Vier Jahre nach der Zusammenfassung der Unternehmensbereiche Datentechnik und Kommunikationstechnik ordnet die Siemens AG nun auch die entsprechenden vier Geschäftsbereiche neu: Datentechnik und Private Kommunikationssysteme und -netze werden zum Bereich "Systeme" verschmolzen, Kommunikationsendgeräte und Peripherie firmieren künftig als Bereich "Geräte".

Ein Siemens-Sprecher bezeichnete in einer ersten Stellungnahme die Neugliederung, die zum 1. April ansteht, als nichts "Spektakuläres, es ist ein Schritt in Richtung mehr Integration, also eine Fortsetzung der ersten Maßnahmen in Richtung eines einheitlichen Bereiches Kommunikations- und Datentechnik". Siemens verfolge damit den Ansatz, "daß gerade das Zusammenwachsen von privaten Nebenstellenanlagen in Verbindung mit der Datenverarbeitung ein noch stärkeres Gewicht bringt". Die Zielsetzung laute "mehr Integration, dadurch mehr Kundennähe", was sich natürlich auch im Vertrieb auswirken werde.

Im Geschäftsbereich "Systeme" sollen künftig die gemeinsame Systemplanung sowie der Vertrieb Konzepte für alle Produkte bis hin zur Software entwickeln. Zu diesem Zweck sind dem Bereich die drei Fertigungsstätten Augsburg 1 (Großrechner), Augsburg 2 (Abteilungsrechner) und Witten (Nebenstellenanlagen) sowie die Betriebssystem- und Anwendungsentwicklung zugeordnet. Der Vertrieb wird weitgehend branchenorientiert organisiert.

Demgegenüber bleibt der neue Geschäftsbereich "Geräte" Produktorientiert; er umfaßt den Vertrieb der Kommunikationsendgeräte und der Peripheriesysteme sowie die Fertigungsbetriebe in Berlin (Telex und Teletex-Endgeräte), Bocholt und Gladbeck (Fernsprechendgeräte) und München (Laserdrucker und Plattenspeicher).

Die Neugliederung des Unternehmensbereiches Kommunikations- und Datentechnik (UBK) stößt freilich Siemens-intern nicht überall auf Begeisterung: Auf der Hannover-Messe CeBIT artikulierte sich hinter vorgehaltener Hand unter anderem Unmut darüber, daß der Sektor "Systeme" künftig von Peter Pribilla, derzeit Leiter des Geschäftsbereichs "Private Kommunikationssysteme und -netze" (PN), gelenkt wird, der damit zum Nachfolger von Werner Poschenrieder avanciert. Immerhin, so wurde argumentiert, habe der "Noch"-Geschäftsbereich Datentechnik etwa 55 Prozent zum Umsatz des UBK - insgesamt 10,3 Milliarden Mark im Geschäftsjahr 1986/87 - beigesteuert, der Bereich PN hingegen lediglich 25 Prozent.

Auf der traditionellen Pressekonferenz der Münchener in Hannover lieferte der designierte Leiter "Systeme" sogleich Stoff für Spekulationen über die Zukunft der BS2000-Rechnerfamilie: Der Schwerpunkt des neuen Geschäftsbereichs, so unterstrich Pribilla nachdrücklich, liege in der Kombination von "Hicom plus Datenverarbeitung unter Sinix".