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29.10.1976 - 

Auf dem Weg zur Rendite

Siemens muß Installationszahl verdoppeln

MÜNCHEN - "Das DV-Geschäft der Siemens AG soll als Kerngebiet des Hauses fortgeführt, ausgebaut und zum wirtschaftlichen Erfolg geführt werden." Diesen Leitsatz gab der Aufsichtsrat dem Leiter des neuen siebten Unternehmensbereiches "Daten- und Informationssysteme" mit auf den Weg in die schwarzen Zahlen. Dr. Anton Peisl, der als Vorstandsmitglied seit 1. Oktober diesen Bereich leitet, weiß: "Wir brauchen die doppelte Zahl von Installationen, um rentabel zu arbeiten."

Die Rendite wird vorläufig noch durch die hohen Entwicklungskosten (200 Millionen Mark im letzten Geschäftsjahr; "noch mehr" im laufenden Jahr) beeinträchtigt, die in einem Mißverhältnis zu den knapp 1,2 Milliarden Mark Umsatz stehen. "70 Prozent des bisherigen Entwicklungsaufwandes im DV-Bereich ist von Siemens, getragen worden - die öffentlichen Zuschüsse deckten maximal 30 Prozent der Kosten", betont Peisl, der das inzwischen wiedererlangte technische Selbstbewußtsein von Siemens auf die, Kunden und Interessenten übertragen muß.

Unvermindert harter Wettbewerb

Siemens hat zur Zeit nach eigenen Angaben in der Bundesrepublik einen (wertmäßigen) Marktanteil von 17 Prozent; zusammen mit der Tochter Computergesellschaft Konstanz sind es 21 Prozent in Deutschland - in Westeuropa allerdings nur sieben Prozent. Die dringend nötige Umsatzsteigerung soll zunächst durch Erhöhung der Marktanteile in den Ländern erreicht werden, in denen die Siemens-Daten. verarbeitet bisher schon tätig waren. Neben dem heimatlichen Deutschland sind das Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Italien und Österreich (jeweils eigene Siemens-Data-Gesellschaften) sowie die Schweiz und Spanien, wo der Vertrieb über die nicht spezialisierten Siemens-Landesgesellschaffen läuft. Peisl, der mit einem weiteren Wachstum des EDV-Marktes (1976/77: 10 Prozent) bei "unvermindert hartem Wettbewerb und einer hohen Innovationsrate" rechnet, plant vorerst keinen Export in neue Länder.

"Es gibt keine Entweder/Oder, sondern nur ein Miteinander von zentraler und dezentraler Datenverarbeitung", glaubt Peisl. Den Schwerpunkt für Siemens sieht das Vorstandsmitglied weiterhin in dem

Bereich, aus dem bisher schon über 50 Prozent der

Aufträge kamen - bei den DFV - Lösungen.

Bei Endgeräten auch TV

Der neue Unternehmensbereich, ist in zwei Geschäftsbereiche gegliedert: "Datenverarbeitung" für den Sektor der "oberen DV" und "Endgeräte" für das Geschäft mit Datenerfassungs- und -sammelsystemen, modularen, Terminals und Nah-Peripherie. Dieser Bereich "Endgeräte" visiert auch die Vermarktung der Siemens-Prozeßrechner für kommerzielle Anwendungen sowie des von der Konkurs gegangenen Firma Forster zugekauften Textverarbeitungssystems an.

Software soll mehr Geld bringen

Zum Unternehmensbereich Daten- und Informationssysteme gehört ferner eine Leitstelle, die alle Spezifikationen - auch bei Nachrichtentechnik und Prozeßrechnern - so abzustimmen hat, daß sich bei komplexen Projekten "kompromißfreie, sichere Lösungen" mit Produkten aus den verschiedenen Unternehmensbereichen realisieren lassen. Außerdem

in einem Fachgebiet Anwenderpogramme alle Siemens-Mitarbeiten zusammengefaßt, die extern oder intern an Anwendungsprogrammen arbeiten. Dieses Fachgebiet wird künftig als Profit-Center geführt und intern als "Siemens-Consulting" angesehen. Erklärtes Ziel: "Höhere Erlöse aus dem Vertrieb von Software zu erzielen."