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Verhandlungen mit Kohlberg Kravis Roberts & Co.


22.10.1999 - 

Siemens-Nixdorf soll an US-Investmentfirmen verkauft werden

MÜNCHEN (jm) - Offenbar kurz vor Vertragsabschluß steht der Verkauf des Geschäftsbereichs Siemens-Nixdorf. Käufer sind die New Yorker Firma Kohlberg Kravis Roberts & Company (KKR) sowie eine noch nicht genannte weitere Investmentfirma.

Eine der Siemens AG nahestehende Quelle bestätigte, daß das bayerische Unternehmen mit KKR sowie einem weiteren Käufer in Verhandlungen stehe. Laut Berichten des "Wall Street Journal" soll es sich hierbei um Goldman Sachs & Co. handeln. Der Kaufpreis könne bei 800 Millionen Dollar liegen. Eine Vertragsunterzeichnung sei für die nächste Zeit vorgesehen. Bei den beiden Interessenten an Siemens-Nixdorf handle es sich um jeweils eigenständige Firmen, die nicht miteinander verbunden seien.

KKR existiert seit 1976. Das Unternehmen setzt Investmentfonds auf, mit denen es den Kauf verschiedenster Firmen finanziert. Für seine Fonds- und Management-Aktivitäten verlangt KKR Gebühren. Zu den Unternehmen, an denen KKR Anteile hält, gehören das Verlagshaus Primedia, die Lebensmittelketten "Randalls Food Markets" und der in Europa besser bekannte, weil mittlerweile auch hier anzutreffende "Safeway"-Supermarkt oder die Kindertagesstätte "Kindercare Learning Centers". KKR wird von den Vettern Henry Kravis (Vorstandsvorsitz) und George Roberts angeführt.

Was geschieht mit Siemens-Nixdorf?

Die Siemens AG muß aufgrund einer Auflage der EU-Kommission im Zusammenhang mit der Fusion der Siemens-Computersparte mit Fujitsu Europe ihren Geschäftszweig Siemens-Nixdorf veräußern (siehe CW 40/99, Seite 6). Dort werden Bankautomaten und Kassenterminals hergestellt.

Seinerzeitige Pläne, Siemens-Nixdorf könne an den US-amerikanischen Hersteller von Bankgeldautomaten, Diebold Inc., verkauft werden, hatten sich zerschlagen. Diebold hatte kein Interesse an den Kassenautomaten, Siemens aber wollte den Geschäftsbereich mit dem deutschen Computer-Traditionsnamen nur als Ganzes abtreten.

KKR betont, man kaufe nicht nur Firmen auf, sondern bemühe sich, den Wert dieser Firmen auch zu steigern. Es bleibt abzuwarten, ob dies auch für Siemens-Nixdorf zutrifft. KKR wurde insbesondere in den 80er Jahren durch seine Deals mit Junkbonds bekannt. Die Taktik, Firmenaufkäufe durch Schuldverschreibungen zu finanzieren, hat für die zunächst übernommenen Mitarbeiter dabei oft weniger positive Effekte gehabt - sie wurden entlassen, um die Kaufmasse als schlanke Firmen wieder gewinnbringend losschlagen zu können. Sogar Hollywood profitierte indirekt von solchen Wirtschaftsgebaren. Filme wie "Wallstreet" warfen ein kritisches Licht auf die ausschließlich gewinnorientierten Machenschaften der Finanz-Tycoons.