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Elektrokonzern verstärkt Technologietransfer ins "Reich der Mitte"


25.11.1988 - 

Siemens öffnet ein Demo-Fenster in China

PEKING - Ihren Technologietransfer in Sachen Elektronik (und nahe verwandter Industrien) verstärkt jetzt die Siemens AG, München/Erlangen auf dem chinesischen Markt. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen Ende Oktober in Anwesenheit von Bundesaußenminister Genscher und hohen Konzernmanagern den Grundstein für ein technologisches Ausbildungszentrum in der chinesischen Hauptstadt gelegt. Gleichzeitig unterzeichnete das Unternehmen den Vertrag für ein neues Joint-venture mit den Chinesen zum Bau "modernster digitaler öffentlicher Vermittlungstechnik (EWSD)".

500 bis 600 chinesische Ingenieure und Fachleute wird das neue Beijing Technology Exchange Training Center (BTETC) der Siemens AG nach seiner Eröffnung Anfang 1991 jährlich in Kernbereichen von Siemens-Technologien ausbilden. Die Schulung wird von rund 50 chinesischen Lehrkräften getragen, deren Ausbildung Siemens in Deutschland übernimmt. Für eine erste Gruppe von sechs Fachleuten hat der Unterricht bereits begonnen.

Deutsch-chinesische Ausbildungs-Partnerschaft

Partner dieses Projekts ist die Stadt Beijing; das Zentrum wird jedoch landesweit arbeiten und Studenten aus ganz China aufnehmen. Die Bauarbeiten wurden in diesem Frühjahr begonnen, jetzt erfolgte die offizielle Grundsteinlegung. Die Fertigstellung des Baus ist für den September 1990 vorgesehen.

Die Technologie- und Schulungsschwerpunkte des BTETC umfassen Mikrocomputertechnik, Maschinensteuerungen, Meß- und Regeltechnik, Datenverarbeitung auf Großrechnern, private Telefonnebenstellentechnik und öffentliche Vermittlungstechnik sowie elektro-medizinische Technik. Die hierfür benötigten Geräte werden von Siemens nach China geliefert.

Die Gründung dieses Technologie- und Ausbildungszentrums ist ein weiterer Schritt in der langfristigen, umfassenden und systematischen Zusammenarbeit, die Siemens bereits 1985 mit der chinesischen Maschinenbau- und Elektroindustrie vereinbart hatte.

Die zukünftigen Aktivitäten des BTETC werden die weitere Verbreitung von Siemens-Technologien in China begleiten und den Kunden und Nachbaupartnern die nötige Ausbildung und technische Hilfe zur Verfügung stellen.

Die Investitionssumme beträgt 130 Millionen Mark. Wie Ernesto Harry Grobe, "Executive Director International Operations" der Siemens AG, bei der Grundsteinlegung für dieses "Ausbildungs-Joint-venture" vor Ort in seiner Begrüßungsansprache sagte, wird seine Firma damit auch "ihre Service-Aktivitäten für die chinesischen Kunden von Siemens verstärken". Und: "Diese chinesische Idee ist aber ebenso wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, die dann weltweit von anderen Partnern dieses Landes genutzt werden kann".

Am gleichen Tag hat die Siemens AG in Anwesenheit von Vizepremier Yao Yilin und Außenminister Genscher in der Großen Halle des Volkes in Peking mit der Beijing Wire Communication Plant (BWCP) auch ein Joint-venture über die Fertigung von Vermittlungstechnik in China abgeschlossen.

Damit ist der zweite Teil eines umfassenden Kooperationsprojektes unterschrieben worden, dessen erster Teil - ein Know-how-Transfervertrag über fortgeschrittene Mikroelektronik (IC-Technologie) mit dem Wuxi Microelectronics Complex (Provinz Jiangsu) - während des kürzlichen Deutschlandbesuchs von Vizepremier Yao Yilin in Bonn unterschrieben worden war.

Diese für die Modernisierung Chinas ebenso wichtigen Infrastrukturprojekte konnten nach über vierjährigen Verhandlungen gegen starke internationale Konkurrenz gewonnen werden. Der nun in Peking unterzeichnete Vertrag stellt das erste von Siemens in China abgeschlossene Joint-venture dar. Die Fertigung wird 1989 aufgenommen und in der ersten Phase einen Ausstoß von 300 000 Anschlußeinheiten pro Jahr erreichen.

Größte westdeutsche "Wirtschafts-Kolonie"

Die Gesamtinvestitionen für das Joint-venture belaufen sich in der ersten Ausbaustufe auf 62 Millionen Dollar; die Siemens AG ist mit 40 Prozent an dem Joint-venture beteiligt.

Es ist das Ziel beider Partner, möglichst schnell einen hohen Lokalisierungsgrad in der Fertigung zu erreichen. Weit über hundert chinesische Fachleute werden im Rahmen dieses Joint-ventures in Deutschland ausgebildet werden. Im "Reich der Mitte" unterhält die Siemens AG die größte westdeutsche "Wirtschafts-Kolonie".

Siemens kooperiert mit Tongji-Universität

MÜNCHEN (pi) - Die Siemens AG, Berlin/München und die Tongji-Universität, Shanghai, Volksrepublik China, haben einen Rahmenvertrag zur gegenseitigen Unterstützung ihrer Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im CIM-Bereich geschlossen.

Im Rahmen der beabsichtigten Kooperation erhält die Tongji- Universität alle bei Siemens fallweise erarbeiteten Kursunterlagen über die Fachgebiete speicherprogrammierbare Steuerungen, Antriebstechnik von Werkzeugmaschinen und Robotern so wie CAD und flexible Fertigungsanlagen.

Die Tongji-Universität wird diese Unterlagen für die Aus- und Weiterbildung von Studenten und von Mitarbeitern chinesischer Firmen benutzen.

Der deutsche Konzern erhält im Gegenzug die Übersetzungen dieser Kursunterlagen, die anderen Ausbildungsinstitutionen in der Volksrepublik China im Rahmen weiterer Kooperationsvereinbarungen zur Verfügung gestellt werden.