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01.05.1998 - 

Kolumne

"Siemens ohne eigene DV-Hardware

SNI-Boß Gerhard Schulmeyer sieht anders als viele Beobachter in der Reintegration der SNI in den Siemens-Konzern eine Vorwärtsstrategie. Die Konzernlenker versprechen sich von der Verschmelzung der SNI-Produkte und Services mit den informations- und kommunikationstechnischen Geschäftsfeldern der Siemens AG einen Wettbewerbsvorteil. Die Münchner wollen sich damit als das weltweit erste Unternehmen positionieren, das Produkte, Services und Beratung für IuK-Technik aus einer Hand anbietet. Dabei bleibt allerdings abzuwarten, wie diese Dienstleistungen konkret aussehen und ob damit unter Einbeziehung der zusätzlichen SNI-Mitarbeiter unterm Strich Profit erzielt werden kann. Zumal die namhafte Konkurrenz in diesem Bereich nicht tatenlos zusehen wird.

Das bedeutet nicht, daß die Neuorganisation von Siemens - vor allem die Zusammenlegung der Bereiche Öffentliche und Private Netze - keinen Sinn macht. In Zeiten der Telecom-Liberalisierung sind die Übergänge zwischen öffentlichem Netz und den privaten Sprach- und Datennetzen ohnehin fließend. Auch daß die in Siemens Business Solutions umgetaufte SBS unter dem Siemens-Label international besser reüssieren kann als unter der weit weniger bekannten Marke SNI, ist klar. Die Logik des PC-Abkommens mit Acer steht außer Frage. Zwar dürfte Siemens auch als OEM-Kunde des taiwanischen Herstellers nicht in die Ränge der wichtigsten PC-Anbieter aufsteigen, aber zumindest braucht man keine teure Fertigung mehr zu unterhalten.

Noch unklar ist, welchen Stellenwert die BS2000- und Unix-Aktivitäten der Tochter SNI künftig in dem Mischkonzern haben. Hier kommt die Restrukturierung einem Rückfall in die Vor-SNI-Zeit gleich. Die Produkte des Siemens-Geschäftsbereichs Daten- und Informationssysteme glänzten nämlich schon Mitte der 80er Jahre international und bei Nicht-Siemens-Kunden durch Abwesenheit. Wieso sollte das heute anders sein, wo andere mit Haut und Haaren dem IT-Geschäft verschriebene Unternehmen um jeden Kunden kämpfen?

Die Folgen sind absehbar: Siemens dürfte schon bald auch das BS2000- und das Unix-Geschäft - ähnlich wie im PC-Sektor - an Partner übertragen. Den Dienstleistungssektor werden die Münchner dagegen ausbauen, eventuell sogar durch Zukäufe, die das internationale Geschäft stärken.