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25.01.1991 - 

Nixdorf mit 800 Millionen Mark Verlust in 1990

Siemens: Optimismus erhält einen Dämpfer

MÜNCHEN (bk) - Ernüchterung in der Chefetage der neugegründeten Siemens Nixdorf Informationssysteme AG (SNI): Der Verlust, den die Nixdorf Computer AG für das Rumpfgeschäftsjahr 1990 ausweist, liegt weitaus höher, als die SNI-Verantwortlichen erwartet hatten.

Als die SNI im Oktober 1990 startete, hatte sich Vorstandschef Hans-Dieter Wiedig noch zuversichtlich erklärt, bereits im ersten Geschäftsjahr ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielen zu können. Nach der letzten Bilanz der Nixdorf Computer AG als eigenständiges Unternehmen scheint nun aber fraglich, ob sich Wiedigs Hoffnung realisieren läßt.

Die Paderborner wiesen für das Rumpfgeschäftsjahr 1990, das am 30. September endete, einen Jahresfehlbetrag von 800 Millionen Mark aus. Überrascht wurden die SNI-Strategen dabei von der Höhe der operativen Verluste. Rund 600 (1989: 850) Millionen Mark fielen an. "Diese Ergebnisentwicklung", so SNI-Sprecher Jochen Doering, "entspricht nicht voll den Erwartungen."

In München hatte man mit einem operativen Fehlbetrag um die 500 Millionen Mark gerechnet.

Auch der Umsatzrückgang von sechs Prozent auf rund 3,4 Milliarden und der Auftragsrückgang von sieben Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Mark, den das Paderborner Unternehmen im Rumpfgeschäftsjahr hinnehmen mußte, zeigen, daß die SNI vor keiner leichten Aufgabe steht. Nixdorf, so Doering, habe im Berichtszeitraum unter anderem unter der Zurückhaltung der Kunden gelitten. Ob aber das Kundenverhalten mittlerweile wieder positiver sei, dazu wollte sich der SNI-Sprecher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

Insgesamt, gestand Doering ein, werde es nun sehr schwer für SNI, das anvisierte Ziel, bis zum 30. September 1991 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis zu schaffen, in die Tat umsetzen zu können. Man halte jedoch weiter daran fest und werde weitere Schritte zur Neustrukturierung einleiten. Eine Maßnahme sei beispielsweise, die Produkte den Werken nach technologischer Zusammengehörigkeit zuzuordnen. Nutzen wolle man auch sich ergebende Synergie-Effekte bei der Produktentwicklung. Ob sich diese Maßnahmen aber bereits positiv auf das laufende Geschäftsjahr auswirken können, muß ebenfalls abgewartet werden.