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18.04.1986 - 

Sachverständige untersuchen Stand des Megabit-Speicher-Projekts:

Siemens-Philips-Förderung vorerst ausgesetzt

BONN (bk) - Erst einmal gesperrt haben die deutsche und niederländische Regierung ihre Zuschüsse für das Siemens-Philips-Projekt zur Entwicklung neuer Megabit-Speicher. Ein externes Sachverständigen-Gremium soll bis Ende April den bisherigen Verlauf des Projekts untersuchen und über weitere Förderungsmittel entscheiden.

Ende des vergangenen Jahres hatten beide Regierungen für das deutsch-niederländische Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung neuer Speichertechniken Zuschüsse in Höhe von bis zu 480 Millionen Mark bewilligt. Davon stellt Bonn rund 320 Millionen Mark zur Verfügung: 243 Millionen Mark für Siemens und 77 Millionen Mark für die Philips-Tochter Valvo. Die niederländische Regierung unterstützt Philips mit weiteren 160 Millionen Mark. Diese Zuschüsse sollen rund 40 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten decken. Das gesamte Konzept ist mit drei Milliarden Mark veranschlagt.

Mit der Bereitstellung der öffentlichen Forschungsmittel wurden nach Angaben von Siemens-Sprecher Thomas Ruhnke jedoch einige Auflagen verknüpft, die auch die regelmäßige Verknüpfung des Projektverlaufs durch eine externe Gutachtergruppe (bestehend aus deutschen und niederländischen Professoren) beinhalten. Eine solche Untersuchung, so Ruhnke, sei nunmehr im Gange, da zum 1. April die zweite Tranche fällig gewesen wäre. Die Auszahlung ist jetzt jedoch bis zur Urteilsbildung des Sachverständigen-Gremiums gesperrt. Die Experten sollen nach Angaben des Bundesforschungsministeriums bis spätestens Ende April ein abschließendes Urteil über das Siemens-Philips-Projekt abgeben. Dazu lägen dem Gremium umfangreiche Erfolgs- und Verlaufspläne beider Unternehmen vor.

Siemens selbst gibt sich von der Untersuchung unbeeindruckt. Ruhnke gelassen: "Eine ganz normale Sache. Derartige Auflagen wurden eben damals festgelegt. Insofern kommt diese Maßnahme für uns auch nicht überraschend." Auch die anderen Zusatzbedingungen seien "durchaus nicht unüblich". So besagen Nebenklauseln des Vertrags, daß die staatliche Förderung sofort eingestellt und unter Umständen die bereits gezahlten Mittel zurückverlangt werden können, falls man mit Arbeits- und Zeitplan im Verzug ist. Man dürfe nicht vergessen, so der Siemens-Sprecher, daß es sich bei der Siemens-Philips-Forschung um das erste internationale Gemeinschaftsprojekt in der Mikroelektronik handele.

Im Zuge der ersten Tranche sollen die Unternehmen bislang rund 20 Millionen Mark aus Mitteln des deutschen Forschungsministeriums erhalten haben. Das deutsch-niederländische Projekt zur Entwicklung derartiger höchstintegrierter Halbleiter ist bis 1988 angesetzt. Bis dahin müssen erste Muster vorgelegt werden.