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13.09.1991 - 

Verhandlungen mit Chemiekonzern BASF laufen

Siemens plant den Ausstieg bei PCM-Tochter Comparex

MÜNCHEN/LUDWIGSHAFEN (bk) - Die Siemens AG will nun endgültig aus dem Geschäft mit IBM-kompatiblen Großrechnern aussteigen. Die Münchner beabsichtigen, ihre 33,5-Prozent-Beteiligung an der Comparex Informationssysteme GmbH, Mannheim, an den zweiten Anteilseigner BASF zu verkaufen. Die Verhandlungen sind bereits in vollem Gange.

Überraschend kommt der Schritt der Siemens AG nicht. Schon 1988 - das BASF/Siemens-Gemeinschaftsunternehmen Comparex hatte gerade seinen ersten Geburtstag gefeiert -, begaben sich die Münchner auf Rückzugskurs, indem sie ihre Anteile an dem Mannheimer PCM-Anbieter von 50 Prozent auf 33,5 Prozent zurückschraubten und somit dem l.udwigshafener Chemieriesen BASF die unternehmerische Führung überließen. Seit der Elektronikriese zudem erfolglos versuchte, die Comparex-Beteiligung auf die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) zu übertragen, schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann sich Siemens von diesem "Nichtstrategischen-Bereich" trennen würde.

Das Geld, das der Elektronikriese von der Isar im Falle einer Einigung mit BASF für die Comparex-Beteiligung einstreichen würde - der Preis soll sich zwischen 100 bis 150 Millionen Mark bewegen -, können die Münchner gut gebrauchen. Denn obwohl die Computertochter Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG ihr erstes Geschäftsjahr erst Ende September abschließt, steht jetzt schon fest, daß die SNI-Bilanz hohe Verluste ausweisen wird. Auch ein zweites Kerngeschäft macht den Münchnern Sorgen: der Halbleiter-Bereich. "Dort", so konstatiert Gustav Mayert von der Siemens AG, "haben wir aufgrund der rasanten Marktentwicklung Dimensionen vor uns, die gemessen am relativ geringen Umsatz dieses Bereiches das Thema SNI weit in den Schatten stellen."

Sollte die BASF die Siemens-Anteile kaufen, könnte sich auch für den Mannheimer PCM-Anbieter einiges ändern. Denn schon seit langem halten sich in Branchenkreisen hartnäckig Gerüchte, wonach die japanische Hitachi, dessen Großrechner Comparex (neben Olivetti und Hitachi Data Systems) in Europa vertreibt, die Mannheimer übernehmen und in ihre Euro-Division HDS eingliedern will. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aber bestreitet der Ludwigshafener Chemieriese, mit einem Dritten Verhandlungen über Comparex zu führen.

"Die gesamte Computerbranche", so BASF-Sprecher Erdwig Meyer, "ist zwar derzeit in Bewegung, und viele Hersteller sind in einer schwierigen finanziellen Situation, nicht aber Comparex. Deshalb haben wir keine Probleme, uns zu diesem Unternehmen zu bekennen." Sicher gebe es immer wieder Gespräche mit Hitachi, die aber seien aufgrund der engen Zusammenarbeit nur zu natürlich.

Frank Sempert von der Gartner Group indes würde es nicht überraschen, "wenn aus der Comparex in absehbarer Zeit die europäische Hitachi Data Systems würde".

Der Geschäftsführer der mittlerweile nach Frankfurt umgezogenen Marktforschungsgesellschaft: "Zum einen benötigt Hitachi endlich eine starke Präsenz in Europa, nachdem man sich mit HDS in den USA mittlerweile etabliert hat. Comparex wäre dafür ideal. Zum anderen bezweifle ich, daß die BASF das unternehmerische Risiko der Comparex auf Dauer alleine tragen wird."