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19.03.1993

Siemens: Positive Ueberraschungen sind so gut wie ausgeschlossen

Der kluge Mann baut vor. Siemens-Chef Heinrich von Pierer daempfte auf der Hauptversammlung der Siemens AG die Erwartungen. Die aufkommende Rezession sei in den letzten Monaten nicht ohne Auswirkung auf die Geschaeftsentwicklung geblieben. Er wuerde es als Erfolg betrachten, wenn sich im laufenden Geschaeftsjahr das Vorjahresergebnis halten liesse. Im Geschaeftsjahr 1992/93 waren 42 Mark je Siemens-Aktie verdient worden.

Gegenueber den Mitte Januar 1993 fuer das Gesamtjahr beschriebenen Erwartungen machte von Pierer nur minimale Abstriche. Der Auftragseingang werde im laufenden Geschaeftsjahr rund 86 Milliarden (im Vorjahr 85,4 Milliarden) Mark erreichen. Die Vorhersage vom Januar lautete noch 87 Milliarden Mark. Beim Umsatz wird mit einem Wachstum von sechs Prozent und einem Volumen von 83 Milliarden Mark gerechnet. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Turbulenzen, erweist sich die Siemens-Vorhersage vom Januar 1993 als sehr praezise. Die jetzt genannten Zahlen werden sich, so von Pierer, allerdings nur verwirklichen lassen, wenn die Konjunktur nicht weiter einbricht.

Verbessert hat sich die Lage der US-Gesellschaften im Siemens- Konzern. In den ersten vier Monaten des laufenden Geschaeftsjahres kletterte der Umsatz der in der Siemens Corp. USA konsolidierten Gesellschaften um 17 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar.

Probleme bereitet weiterhin der Halbleiterbereich und SNI. Nachdem auf der Hauptversammlung Zweifel an der Sanierungsfaehigkeit von SNI geaeussert wurden, erklaerte der Vorstandssprecher, dass SNI mittelfristig aus den roten Zahlen herauskommen werde. "Nach unserer Ueberzeugung wird dies nicht viel laenger als drei Jahre dauern." Die Uebernahme von Nixdorf durch Siemens sei aus heutiger Sicht noch richtig. Siemens haette Nixdorf auch gekauft, wenn man schon damals gewusst haette, welche Entwicklung die Branche nehmen wuerde, allerdings dann "zu anderen Konditionen".

Geht man von einem leicht ruecklaeufigen Ergebnis je Aktie von 40 Mark aus, wird Siemens auf dem derzeitigen Kursniveau mit mehr als dem 16fachen des fuer 1992/93 erwarteten Gewinns bezahlt - eine Bewertung, die in etwa dem Marktdurchschnitt entspricht. Positive Gewinnueberraschungen koennen fuer die naechste Zeit so gut wie ausgeschlossen werden. Im Gegenteil, der geplante Personalabbau - die Zahl der Beschaeftigen im Konzern soll auf unter 400 000 sinken - wird zunaechst einmal Geld kosten.

Positiv koennte sich hingegen das Finanzergebnis entwickeln. Durch den starken Zinsrueckgang duerften sich im Anlageportefeuille der Siemens AG erhebliche stille Reserven durch Kursgewinne bei Anleihen gebildet haben. Davon werden jedoch fruehestens nach Abschluss des Geschaeftsjahres im vierten Quartal Impulse ausgehen koennen. Fazit: Die Siemens-Aktie ist zur Zeit kein Kauf.

* Arnd Wolpers ist Geschaeftsfuehrer der Vermoegensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in Muenchen. Die hier veroeffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir fuer vertrauenswuerdig und zuverlaessig halten. Trotz sorgfaeltiger Quellenauswahl und -auswertung koennen wir fuer Vollstaendigkeit, Genauigkeit und inhaltiche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit uebernehmen, als grobe Fahrlaessigkeit oder Vorsatz Haftung begruenden. Jede darueber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Fuer Angaben Dritter uebernehmen wir kein Obligo. Aktienanlagen sind durch staerkere Kursschwankungen gekennzeichnet.