Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.05.2002 - 

Sprachtechnologie von Unisphere Networks kommt nach München

Siemens schluckt Teile der eigenen Tochter

MÜNCHEN (CW) - Der Münchner Siemens-Konzern übernimmt Teile des Portfolios seiner US-amerikanischen Tochter Unisphere Networks. Diese soll sich künftig auf den Router-Markt konzentrieren.

Der Konzernbereich Information and Communication Networks (ICN) sichert sich zwei Produkte zur Sprachkommunikation von Unisphere, um sein "Surpass"-Portfolio für die paketbasierende Telefonie abzurunden. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Im Zuge der Transaktion wechseln rund 200 Mitarbeiter zu Siemens ICN. Die Division unter Bereichsvorstand Thomas Ganswindt hatte erst kürzlich einen massiven Stellenabbau angekündigt, da sie im vergangenen Quartal ein Vorsteuerminus von 158 Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Unisphere war vor rund drei Jahren gegründet worden und setzte sich aus den Siemens-Tochtergesellschaften Argon Networks, Castle Networks und Redstone Communications zusammen. Ziel war es, Carriern ein komplettes Portfolio aus Softswitch, Gateway, Edge-Router und Software für die paketbasierende Sprach-Daten-Telefonie anzubieten. Die potenziellen Kunden haben jedoch ihre Investitionen drastisch zurückgefahren oder sind inzwischen pleite. Etablierte Carrier wollten mittlerweile lieber bei etablierten Anbietern wie Siemens direkt kaufen, wurde als Grund für die Transaktion genannt. Ein ursprünglich geplanter Börsengang von Unisphere ist wegen des schlechten Börsenklimas nicht vollzogen worden.

Im Zuge des Deals erhält Siemens nun das Media Gateway "SMX 2100" und den Softswitch "SRX", bei Unisphere verbleiben der Edge-Router "ERX" und der Switch-Router "MRX", die beide IP, MPLS und ATM unterstützen. President und CEO Jim Dolce kündigte an, sein Unternehmen werde sich darüber hinaus künftig verstärkt in den Bereichen 3G-Mobilfunk, Kabelnetze sowie DSL-Zugang zu paketbasierenden Netzen engagieren. Für Christin Flynn, Analystin bei der Yankee Group, kommt der Deal nicht überraschend. Siemens verkaufe das Unisphere-Equipment seit geraumer Zeit auch unter eigenem Namen, und Unisphere sei durch die Fokussierung auf den Router-Markt besser gegen Konkurrenten wie beispielsweise Cisco aufgestellt. (ajf)