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18.11.2005

Siemens setzt auf Rich Internet Clients

Die Siemens Financial Services kombinieren in einer Anwendung Web-Fähigkeit und Benutzerkomfort.

Zur Verwaltung von Konzern- und Bankgarantien setzen die Siemens Financial Services seit Ende 2000 die IT-Anwendung "Great" (Guarantee Request and Accounting) ein. Für die Mitarbeiter in den Garantiezentralen des Siemens-Bereichs ist die Arbeit mit Rich-Client-Funktionen unverzichtbar, weshalb die erste Great-Anwendung mit Java und der Standard-GUI-Bibliothek Swing entwickelt wurde. Swing erlaubt das Aufsetzen von interaktiven Desktop-Anwendungen, die auf verschiedenen Plattformen lauffähig sind. Da die Installation solcher Anwendungen auf Tausenden von PCs in einem weltweiten Konzern wie Siemens schwierig ist, wurde zusätzlich ein auf HTML basierender Thin Client entwickelt, der einen Teil der Great-Funktionen für gelegentliche Benutzer zur Verfügung stellte. Dadurch entstanden zwei unterschiedliche Anwendungen mit teilweise redundanten Services, deren Softwarezyklus eng koordiniert werden musste.

Auswahl der technischen Plattform

Ende 2004 wurde entschieden, Great konzernweit als verbindliches Instrument zur Bearbeitung von Garantien einzuführen. Mit der Anpassung der Software an die neuen Anforderungen erhob sich auch die Frage, ob die beiden Anwendungen durch den Einsatz neuer Techniken konsolidiert werden können. Zur Disposition standen mehrere Alternativen, wobei die Entscheidung nach einer Vorauswahl relativ schnell zugunsten einer Rich-Internet-Architektur (RIA) fiel.

Die Evaluation der RIA-Varianten war dagegen schwieriger, da hier einige Produkte auf dem Markt sind, die sich schon in ihrer Basistechnik (Javascript, Java oder Flash) erheblich unterscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf die Java-Bibliothek "Ultra Light Client" von Canoo, unter anderem deshalb, weil das Produkt Swing verwendet und damit von künftigen Entwicklungen des Java-Standards profitiert.

Java im Client und auf dem Server

In der Praxis hat sich der Entscheid für den Java-basierenden RIA-Ansatz laut Siemens Financial Services bewährt. Der neue Thin Client konnte mit der vorhandenen Infrastruktur entwickelt und installiert werden. Die durchgängige Programmierung mit Java lieferte eine homogene, letztlich einfache Architektur, in der komplexe Aufgaben wie zum Beispiel die Aufteilung der Anwendung in den Client- und Server-Teil von der Ultra-Light-Client-Bibliothek übernommen werden. Als nützlich hat sich auch die vom Produkt gebotene Option erwiesen, diese Aufteilung während der Entwicklung zu simulieren. Dadurch vereinfacht sich die Testautomatisierung, und das Debugging über die Prozessgrenze hinweg erübrigt sich.

Die Funktion der Benutzerschnittstelle ist trotz Internet-Orientierung von Great nach wie vor umfangreich. Eingaben lassen sich überprüfen, ohne, wie sonst bei Web-basierenden Anwendungen, den gesamten Bildschirminhalt neu vom Server laden zu müssen. Die Oberfläche stellt Steuerungselemente wie Kontextmenüs bereit und lässt sich vollständig über die Tastatur bedienen. Unterstützung gibt es auch für direkte Aktionen wie Drag and Drop und die koordinierte Verwendung mehrerer Fenster.

Einheitliche Schnittstellen für Benutzer

Die Konsolidierung des ehemaligen Java Rich Client und des HTML-basierenden Thin Client zu einer einzigen Anwendung hat dazu geführt, dass nun allen Benutzern dasselbe GUI zur Verfügung steht, das laut Siemens dem ursprünglichen Rich Client bezüglich Komfort in nichts nachsteht. Gleichzeitig wurden die Installation, der Betrieb und die Wartung der Anwendung vereinfacht. (ue)