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30.08.1996 - 

Bürolandschaft mit 1700 Arbeitsplätzen

Siemens sichert sich großen Outsourcing-Auftrag

Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat ein Herz für Outsourcing-Anbieter. Im Rahmen ihrer 1994 ins Leben gerufenen Private Finance Initiative (PFI) hält sie die staatlichen Behörden an, Design, Implementierung und Betrieb ihrer informationstechnischen Systeme einem externen Anbieter anzuvertrauen, um Kosten zu senken.

Ganz so groß ist das Herz der britischen Regierung allerdings auch wieder nicht. Denn die auf der PFI-Grundlage abgeschlossenen Verträge haben einen kleinen Schönheitsfehler: Das Entgelt für den Anbieter bemißt sich am Erfolg der Lösung, beispielsweise danach, wie intensiv das System genutzt wird und wieviel Geld die Behörde auf diese Weise spart.

Auch SBS kam bei seinem Abkommen mit dem Welsh Office nicht um die PFI-Vorgaben herum. Wie Sheila Beck, Government Marketing Manager bei der SBS Ltd., erläutert, hängt die im Vertrag vereinbarte Bezahlung zumindest teilweise von der Effizienz der geplanten Lösung ab. Der ausgehandelte Betrag werde nicht auf einmal überwiesen, sondern peu ê peu nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Projektphase.

Laut Beck berücksichtigt der Vertrag weniger die tatsächlichen Einsparungen als die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. "Wenn die Lösung ungenutzt bleibt, werden wir nicht bezahlt", so die Marketing-Expertin in bezug auf einen Teil des vereinbarten Entgelts. Nicht verraten wollte sie allerdings, wie sich Festbetrag und erfolgsabhängige Bezahlung quantitativ zueinander verhalten.

Dem Auftrag zufolge konzipieren die britischen Siemensianer eine Bürolandschaft für rund 1700 Arbeitsplätze, die in London und Wales stehen werden. Das System soll neues und altes Equipment integrieren und ist als eine Art Rückgrat für unterschiedliche Anwendungen gedacht, deren Palette sich vom Gesundheitswesen über den Verkehr bis zu Umwelt und Denkmalpflege erstreckt. Außerdem plant SBS, Schnittstellen zu den Applikationen des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung zu schaffen.

Vor einigen Monaten sicherte sich SBS bereits ein ebenfalls auf sieben Jahre befristetes Abkommen mit dem Immigration and Nationality Department (IND) des britischen Innenministeriums. Als Kopf eines Anbieterkonsortiums übernimmt die SNI-Tochter Konzeption, Implementierung und Betrieb eines Workflow- und Dokumenten-Management-Systems. Das Projekt umfaßt ein Re- Engineering der IND-Prozesse und soll der Behörde helfen, 150 Millionen Pfund (etwa 345 Millionen Mark) einzusparen. Da es sich um ein PFI-Vorhaben handelt, wird SBS sicher sein Möglichstes tun, damit diese Vorgabe erfüllt wird.