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22.01.1993 - 

Muenchner Elektro-Konzern in schwieriger Marktsituation

Siemens-Sorgen: Bei SNI noch kein Ende der Rotphase in Sicht

22.01.1993

Die Problemkinder des Konzerns waren auch im Fiskaljahr 1991/92 die Bereiche Halbleiter, SNI und die Geschaefte in Nordamerika. Zwar konnte SNI das Minus von 781 auf 513 Millionen Mark reduzieren und den Umsatz um sieben Prozent auf 13 Milliarden Mark steigern, aber laut Finanzvorstand Karl-Hermann Baumann ist wegen der konjunkturellen Rahmenbedingungen im laufenden Jahr kaum mit einem weiteren Rueckgang des Verlustes zu rechnen.

Keine Umsatzsteigerung war dagegen bei den Halbleitern zu verzeichnen. Hier gingen die Umsaetze um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Mark zurueck. Das Defizit ist sogar ueber die halbe Milliarde Mark des Geschaeftsjahrs 1990/91 hinaus angestiegen. Allerdings nannte Baumann keine konkreten Zahlen. Beide Geschaeftsfelder, so der Vorstandsvorsitzende des Siemens-Konzerns, Heinrich von Pierer, haetten die "Folgen grosser strategischer Anstrengungen noch nicht verdaut" und seien ausserdem von der "in diesen Branchen derzeit konjunkturell wie strukturell besonders schwierigen Marktsituation" betroffen. Er erklaerte, dass weder im Halbleiter-Bereich noch bei

der SNI alle bereits angekuendigten Massnahmen (siehe CW Nr. 35 vom 28. August 1992, Seite 1: "Siemens: Gefaehrliches Defizit der Tochter SNI") zur Restrukturierung realisiert worden seien.

Ebenfalls erhoeht hat sich der Fehlbetrag bei den US-Geschaeften des Muenchner Elektro-Riesen. Bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar fuhr Siemens dort ein Minus von 427 Millionen Mark ein. Laut "Sueddeutscher Zeitung" erklaerte Baumann jedoch, dass diese Zahl auf amerikanischen Massstaeben basiere und die Lage nicht praezise widerspiegele.

Keinen Grund zu ueberschaeumender Freude bieten offenbar auch die Aussichten fuer das im Oktober angelaufene Geschaeftsjahr 1992/93. So rechnet von Pierer "aufgrund erschwerter Rahmenbedingungen mit einer langsameren Gangart" des Unternehmens.

Fuer das erste Quartal (31. Dezember 1992) meldet die Siemens AG einen Umsatz von 16,9 Milliarden Mark und einen Auftragseingang von 18,6 Milliarden Mark. Dabei legte das Unternehmen beim Umsatz gegenueber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um vier Prozent zu, der Auftragseingang lag jedoch um acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn stieg auf 406 Millionen Mark und lag damit um zwei Prozent ueber dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich in den ersten drei Monaten des Geschaeftsjahres um 3000 auf 410 000 Angestellte.

Der Stellenabbau soll weitergehen, betroffen sind hier neben der SNI, wo bereits bis 1995 eine Reduktion um 6000 Mitarbeiter angekuendigt ist, der Halbleiter-Bereich, die Medizintechnik, die Automatisierungstechnik und die private Kommunikation. Insgesamt sollen am Ende des Jahres weltweit 13 000 Angestellte weniger auf der Siemens-Lohnliste stehen.

Fuer das laufende Geschaeftsjahr 1992/93 rechnet Siemens mit einer Zunahme des Auftragseingangs um lediglich ein bis zwei Prozent auf etwa 87 Milliarden Mark (1991/92: 85,4). Beim Umsatz peilt die Konzernfuehrung aufgrund des noch guten Auftragsbestandes einen Anstieg um sieben Prozent auf rund 84 Milliarden Mark an. Pessimistisch gab sich von Pierer allerdings bei den Gewinnaussichten: "Es wird groesster Anstrengungen beduerfen, um den Jahresueberschuss zu halten."

Im abgelaufenen Geschaeftsjahr 1991/92 erzielte der Muenchner Konzern mit 78,5 Milliarden Mark einen um acht Prozent hoeheren Umsatz. Der Netto-Jahresueberschuss konnte gegenueber dem Vorjahr um neun Prozent auf 1,95 Milliarden Mark gesteigert werden. Dabei trugen allerdings die Zinseinnahmen mit 1,9 Milliarden Mark zu mehr als 50 Prozent zum Ergebnis vor Steuern bei, das mit knapp 3,2 Milliarden Mark um sechs Prozent unter dem des Vorjahres lag

(siehe Kasten).