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24.01.1992 - 

Abfindung für die letzten freien SNI-Anleger

Siemens tauscht SNI-Aktien im Verhältnis sechs zu eins

MÜNCHEN (vwd) - Die Siemens AG, Berlin/München, wird im Zuge der Eingliederung der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI), Paderborn, den restlichen freien SNI-Aktionären eine Abfindung durch Umtausch von SNI-Wertpapiere in Aktien der Siemens AG im Verhältnis sechs zu eins gewähren. Dies gab der Münchner Elektronikkonzern jetzt bekannt.

Für Spitzenanteile von jeweils weniger als sechs Aktien wird ein Barausgleich von 156, 50 Mark je SNI-Aktie gezahlt. Die Siemens AG hält über 95 Prozent des SNI-Grundkapitals, nachdem in der Kaufaktion vom Dezember 1991 Siemens rund 3, 8 Millionen SNI-Aktien angeboten waren. Damit ist die Voraussetzung für die geplante Eingliederung der SNI in die Siemens AG erfüllt.

Die Münchner hatte bereits im Zuge der Aktien-Kaufaktion vom Dezember ihren SNI-Anteil von zuvor 78 Prozent auf die für einen Antrag auf Eingliederung erforderlichen 95 Prozent am SNI-Grundkapital aufgesteckt. Den SNI-Anlegern waren 225 Mark je 50-Mark-Aktie angeboten worden.

Die Aufstockung hat sich der Münchner Elektronikriese an die zwei Milliarden Mark kosten lassen.

Die Anzahl der angebotenen SNI-Aktien gibt Siemens mit rund 3, 8 Millionen an. Damit verfüge Siemens nunmehr über 95, 2 Prozent an SNI, die zur 100prozentigen Tochter, des Konzern werden solle.

Die Hauptversammlungen der SNI am 5. März und der Siemens AG am 12. März 1992 müssen der Eingliederung zustimmen.

Als Gründe für die aktienrechtliche Eingliederung von SNI nannte Siemens in erster Linie bessere Möglichkeiten zur Finanzierung und Kapitalausstattung der SNI. Außerdem solle damit ein Signal gesetzt werden, daß Siemens den Computersektor als Kernarbeitsgebiet betrachte und völlig hinter SNI stehe.

SNI mußte in ihrem ersten Geschäfts Jahr 1990/91 (30. September) bei einem Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 12, 1 Milliarden Mark einen Verlust von 780 Millionen Mark hinnehmen. Mit einem Kosteneinsparungsprogramm von 600 Millionen Mark und einem Personalabbau um 3000 Stellen soll das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht werden.

Vor der Bekanntgabe der Abfindungshöhe war am Freitag der Kurs der SNI-Aktie ausgesetzt worden. Am Donnerstag lag die SNI-Aktie zum Börsenschluß in Frankfurt bei 177 Mark. Die Siemens-Aktienschlossen mit 624 Mark und eröffneten am Freitag fest mit 630, 30 Mark.

Die Bewertungsgutachten, auf denen das Umtauschverhältnis und der Barausgleich für die verbliebenen SNI-Aktionäre beruht, wurden von der KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin/Frankfurt, und Wollert-Elmendorff Deutsche Industrie Treuhand GmbH, Düsseldorf, erarbeitet.