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07.03.1997 - 

Kosteneinsparung durch Sprachkompression

Siemens trimmt Hicom-System auf ATM- und Ethernet-Netze

Die Neuentwicklung ist laut Hersteller zur Vorgängerversion Hicom 300, die weltweit 30000mal installiert wurde, kompatibel. Investitionsschutz garantiert Siemens, indem in größeren Unternehmensnetzen bestehende Anlagen an einzelnen Standorten nach und nach um die neue Hicom 300 E ergänzt werden können.

Mit Hilfe der ATM Interworking Unit (AIU), die allerdings erst im Herbst 1997 lieferbar ist, wird die Hicom 300 E künftig an ATM-Netze angekoppelt. Vorhandene oder geplante ATM-Backbones lassen sich damit zur Vernetzung von Hicom-300-E-Systemen nutzen. Vorteil für den Anwender: Er benötigt nur eine Infrastruktur für Sprach- und Datenkommunikation im Backbone-Netz und spart dadurch Kosten für Verkabelung, Montage, Wartung und Betrieb. Die Nutz- und Signalisierungsdaten des ISDN werden von der AIU in ATM-Zellen umgewandelt und umgekehrt. Darüber hinaus ermöglicht die AIU die Sprach- und Videokommunikation zwischen ISDN-Schmalband- und ATM-Breitbandteilnehmern.

Eine weiteres Novum der Hicom 300 E ist das Multirate-Switching oder H-Kanal-Verfahren. Multimedia-Anwendungen sind damit Siemens zufolge kostengünstiger realisierbar, weil die Bandbreite nach den tatsächlichen Anforderungen der jeweiligen Applikation dimensioniert werden kann. Das international standardisierte H-Kanal-Verfahren ermöglicht die Anbindung einzelner Teilnehmer mit unterschiedlichen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 2 Mbit/s. Zur Verfügung stehen der H0-Kanal mit 384 Kbit/s, der H11-Kanal mit 1,5 Mbit/s und der H12-Kanal mit 2 Mbit/s.

Das "Voice Compression Module" spart laut Hersteller bis zu 75 Prozent der Mietleitungskosten. Es komprimiert ISDN-Sprachverbindungen um den Faktor vier. Dadurch können über vier ISDN-B-Kanäle gleichzeitig 15 Telefonate bei guter Sprachqualität geführt werden. Alle Komfortmerkmale der Hicom 300 E wie Namensanzeige im Display oder Gebührenanzeige bleiben erhalten.

Mobilität auf dem Firmengelände bietet die Integration eines Mehrzellensystems "Hicom Cordless E" in das Produkt 300 E. Über das Funksystem nach dem Standard Digital European Cordless Telecommunications (Dect) können gleichzeitig bis zu 256 mobile Gespräche abgewickelt werden. Das Firmengelände wird durch mehrere Funkzellen abgedeckt, die sich je nach Teilnehmerdichte mit vier bis zwölf Sprachkanälen belegen lassen. Die Teilnehmer können von einer Funkzelle in die andere wechseln (Roaming), auch während eines laufenden Gesprächs (Seamless Handover). Alle Funktionen des schnurgebundenen Telefons "Optiset E" stehen auch am Schnurlos-Handy zur Verfügung. Schaltet ein Nutzer sein schnurloses Telefon ab, werden ankommende Gespräche automatisch auf die Anrufbeantworterfunktion der Hicom 300 E umgeleitet. Die Luft-Schnittstelle entspricht dem herstellerübergreifenden Standard GAP (Generic Access Profile).

Höhere Geschwindigkeiten und schnellere Antwortzeiten für kombinierte Sprach- und Datenanwendungen ermöglicht der neue "High Speed Access" der Hicom 300 E. Applikationen wie automatische Verteilung von Anrufen in Call-Centern oder die automatische Anzeige der Kundendaten am Bildschirm bei eingehendem Anruf werden damit noch beschleunigt. Mehrere Anwendungen können gleichzeitig auf die Hicom-Steuerung zugreifen.

Darüber hinaus bringt der High Speed Access auch für das Management von Hicom-Netzen (Hicom Domain Management System) erhebliche Vorteile. Die integrierte ISDN-Router-Baugruppe bietet zum WAN eine Übertragungsrate von 16 x 64 Kbit/s und zum LAN über eine Ethernet-Schnittstelle eine Übertragungsrate von 10 Mbit/s. Ein Token-Ring-Interface ist, wie Siemens mitteilte, nicht vorgesehen. Wartungsaufgaben lassen sich vom Rechner aus erledigen - entweder über das LAN am Standort selbst oder über das WAN beziehungsweise per ISDN-Wählleitung auch über große Entfernungen.

Über eine persönliche Identifizierungsnummer (PIN) erlaubt es das Gerät jedes beliebige Telefon wie seinen eigenen Apparat samt aller persönlichen Berechtigungsmerkmale zu nutzen.