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20.01.1989 - 

Kaskes Reorganisation erreicht Unternehmensbereich Kommunikations- und Datentechnik

Siemens: UBK wird in drei Teile aufgegliedert

MÜNCHEN (cmd) - Die Entschlackungskur, die Siemens-Chef Karl-Heinz Kaske im Oktober letzten Jahres eingeleitet hat, wird nun mit der Neugliederung des Unternehmensbereichs Kommunikations- und Datentechnik (UBK) fortgesetzt: Künftig marschieren die Private Kommunikationstechnik und die Datentechnik als geschäftsführende Einheiten wieder völlig getrennt.

Damit entpuppt sich die UBK-Reorganisation vom April letzten Jahres - damals wurden die Geschäftsbereiche Datentechnik sowie Private Kommunikationssysteme und -netze zum Bereich "Systeme" verschmolzen, während die Kommunikationsendgeräte und die Peripherie im Bereich "Geräte" zusammengefaßt wurden - als eine Lösung, die vom Unternehmensbereich in eigener Regie initiiert worden war.

Man verfolge, so hieß es damals aus der Umgebung von UBK-Chef Claus Kessler, damit den Ansatz, "daß gerade das Zusammenwachsen von privaten Nebenstellenanlagen in Verbindung mit der Datenverarbeitung ein noch stärkeres Gewicht bringt", und formulierte als Zielsetzung "mehr Integration, dadurch mehr Kundennähe". (Siehe CW Nr. 13 vom 25. 3. 1988.)

Die UBK-Absichten, die Siemensintern seit geraumer Zeit als Schlußstein der 1984 erfolgten Zusammenlegung der Unternehmensbereiche Daten- und Kommunikationstechnik interpretiert werden, paßten aber nicht in das strategische Konzept von Vorstandschef Kaske, der für den Konzern insgesamt eine neue Führungs- und Organisationsstruktur im Auge hat. Nach seinen Vorstellungen werden die bisherigen sieben Unternehmensbereiche ersatzlos gestrichen; stattdessen sollen etliche kleinere geschäftsführende Einheiten - nach wie vor wird die Zahl 15 gehandelt - den Elektro-Multi beweglich halten.

Diese voneinander völlig unabhängigen Business Units erhalten, was für Siemens ein Novum ist, wirklichen Zugriff auf alle unternehmerischen Funktionen von der Forschung bis hin zum Vertrieb. Über allem thront dann ein Gremium, das unter der Leitung von Kaske diese geschäftsführenden Einheiten koordiniert und die Geschicke des Gesamtkonzerns lenkt: die Zentralabteilungen Personal (ZP), Finanzen (ZF), Forschung und Entwicklung (ZFE), Produktion und Logistik (ZPL) und Unternehmensplanung und -entwicklung (ZU) sowie die übergeordnete Abteilung Regionen.

Aus dem Organisationsmodell der geschäftsführenden Einheiten folgt, daß der bisherige Unternehmensbereich Kommunikations- und Datentechnik segmentiert wird: Die BS2000-Linie sowie die Rechner der Sinix-Familie einschließlich der entsprechenden Peripherie werden in einer selbständigen Division zusammengefaßt. Als Leiter, so heißt es intern im UBK, werde Werner Poschenrieder, der derzeitige Verantwortliche für die Datentechnik, solange weiter agieren, wie er den Vorsitz im ZVEI-Fachverband Informations- und Kommunikationstechnik innehat.

In der zweiten geschäftsführenden Einheit wird die gesamte Private Kommunikationstechnik rund um das PBX-System Hicom mit allen dazugehörenden Peripheriegeräten gebündelt. Damit zieht Siemens auch organisatorisch die Konsequenz aus der Erkenntnis, daß die Integration von Nachrichten- und Datentechnik sich nicht wie erwartet abspielt. Als Chef dieser neuen Einheit dürfte, wenngleich auch hier offiziell noch kein Name bestätigt wird, der bisherige Leiter Private Kommunikationssysteme und -netze, Peter Pribilla, unumstritten sein.

Der dritte selbständige Ableger aus dem UBK deckt das traditionelle Kommunikationsendgeräte-Geschäft ab, wobei die Siemensianer verstärkt neue Wege im Vertrieb beschreiten und sich erstmals des Absatzkanals "Händler" bedienen wollen.