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20.11.1987 - 

Erstmalig Datenrate von 565 Mbit pro Sekunde:

Siemens übergab Glasfaser-Strecke an Post

20.11.1987

MÜNCHEN (pi) - Siemens hat die erste Lichtwellenleiter-Strecke in der Bundesrepublik Deutschland mit einer Datenrate von 565 Mbit pro Sekunde der Deutschen Bundespost übergeben. Mit 32 Glasfasern bietet das zwischen München und Nürnberg verlegte Kabel im Endausbau eine maximale Übertragungskapazität für gleichzeitig mehr als 120 000 Verbindungen.

Das künftige bundesweite Lichtwellenleiter-Kommunikationsnetz wird neben der Sprachkommunikation auch die Übertragung sämtlicher Breitbanddienste wie Videokonferenz, schnelle Daten- und Dokumentübermittlung oder hochauflösendes Fernsehen übernehmen. Nach der Glasfaserstrecke zwischen Berlin West und Hannover mit der Datenrate 565 Mbit pro Sekunde markiert die jetzt übergebene 200 Kilometer lange Strecke zwischen München und Nürnberg mit einer Datenrate von 565 Mbit pro Sekunde einen weiteren Schritt in die Zukunft der digitalen Nachrichtenübertragung auf dem Medium Glasfaser.

Derzeit sind zwei der insgesamt 32 Glasfasern des Kabels mit optischen Sende- und Empfangssystemen bestückt, sechs weitere Glasfasern wird Siemens bis Ende Oktober 1988 mit diesen Systemen ausrüsten. Damit werden für die Kommunikation zwischen München und Nürnberg zusätzlich 30 720 Fernsprech- beziehungsweise Datenkanäle zur Verfügung stehen. Wenn alle 32 Glasfasern in Betrieb sind, steigt die Kapazität auf mehr als 120 000 Verbindungen. Dies bedeutet, daß 240 000 Teilnehmer gleichzeitig miteinander telefonieren beziehungsweise Daten austauschen können. Anstelle der Sprach- und Datensignale lassen sich auch 64 hochwertige Fernsehsignale mit je 140 Mbit pro Sekunde übertragen.

Die für die Datenrate von 565 Mbit pro Sekunde neu erschlossene Betriebswellenlänge von 1300 Nanometern (nm) bringt auf der Einmodem-Faser geringe Dämpfung und größere Bandbreite als die früher benutzten Wellenlängen. Damit wurde es möglich, die Abstände der Regeneratoren auf der Strecke - sie gleichen die Qualitätseinbußen der optischen Signale auf der Faser aus - auf etwa 35 Kilometer zu steigern. Bei vergleichbaren Digitalsystemen mit Kupferkabel wäre nach jeweils 1,5 Kilometer ein Regenerator erforderlich.

Im Zeitraum bis Ende 1988, der ersten Ausbaustufe des von der Deutschen Bundespost geplanten Kommunikationsnetzes, wird Siemens sich mit 55 Strecken für 565 Mbit pro Sekunde am Aufbau des Netzes beteiligen.