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25.07.2007

Siemens: Umfang fragwürdiger Zahlungen deutlich ausgeweitet

MÜNCHEN (Dow Jones)--Bei der Siemens AG ist der Umfang der möglicherweise als bedenklich einzustufenden Zahlungen im Zusammenhang mit Beraterverträgen (Business Consultant Agreements - BCAs) im Zuge der anhaltenden internen Ermittlungen deutlich gestiegen. Das teilte der Münchner DAX-Konzern am Mittwoch in einem separaten Bericht über die laufenden Rechtsstreitigkeiten mit. Bislang hatte das Unternehmen fragwürdige Zahlungen im Zusammenhang mit BCAs über 420 Mio EUR identifiziert.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Bei der Siemens AG ist der Umfang der möglicherweise als bedenklich einzustufenden Zahlungen im Zusammenhang mit Beraterverträgen (Business Consultant Agreements - BCAs) im Zuge der anhaltenden internen Ermittlungen deutlich gestiegen. Das teilte der Münchner DAX-Konzern am Mittwoch in einem separaten Bericht über die laufenden Rechtsstreitigkeiten mit. Bislang hatte das Unternehmen fragwürdige Zahlungen im Zusammenhang mit BCAs über 420 Mio EUR identifiziert.

Während des dritten Quartals des Geschäftsjahrs 2007 habe Siemens die interne Analyse von Zahlungen fortgesetzt, die in Zusammenhang mit den zum Ende des Geschäftsjahres 2006 identifizierten BCAs sowie mit zusätzlichen im Bereich Com identifizierten BCAs stehen. Die unternehmensweite Erhebung von BCAs stehe nun "vor dem Abschluss". Siemens führe gegenwärtig für fünf weitere Bereiche (PG, PTD, TS, Med und I&S) eine Analyse von der Beraterverträge und damit in Zusammenhang stehenden Zahlungen durch.

Für die verbleibenden Bereiche sowie für ausgewählte Regionalgesellschaften wurde die Analyse von BCAs und damit in Zusammenhang stehenden Zahlungen vor kurzem begonnen. "Als Konsequenz nahm der Umfang der gesamten zu untersuchenden Zahlungen, die in Zusammenhang mit BCAs stehen, deutlich zu", so Siemens. Die Gesellschaft analysiere zudem gegenwärtig die steuerliche Abzugsfähigkeit dieser Zahlungen.

Während des dritten Quartals habe Siemens zudem die Analyse von Barscheckzahlungen und Kassenauszahlungen fortgeführt, die im Bereich Com getätigt wurden. Diese Zahlungen können auch im Zusammenhang mit BCAs stehen und können angesichts verschiedener Rechtsvorschriften im In- und Ausland bedenklich sein.

Siemens habe im Berichtszeitraum zudem die interne Erhebung ähnlicher Barzahlungen bei anderen Bereichen begonnen. Im Rahmen dieser andauernden Erhebung habe das Unternehmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt "ein deutliches Zahlungsvolumen identifiziert, für das nur begrenzte Dokumentation verfügbar ist". Dieses stehe in Zusammenhang mit einem anderen Bereich und wurde über ein Bankkonto in Liechtenstein abgewickelt. Siemens analysiere auch hier gegenwärtig die steuerliche Abzugsfähigkeit dieser Zahlungen.

Das gesamte Volumen der zusätzlich identifizierten Barzahlungen und Zahlungen die in Zusammenhang mit BCAs stehen, welches hinsichtlich der steuerlichen Abzugsfähigkeit möglicherweise fragwürdig ist und gegenwärtig von Siemens untersucht wird, liegt deutlich über dem Betrag der zum Ende des Geschäftsjahrs 2006 untersuchten Zahlungen in Zusammenhang mit BCAs. Hier hatte Siemens seinerzeit eine Summe von 420 Mio EUR genannt.

Abhängig von den Resultaten der Analyse und der Untersuchungen sei es möglich, dass Änderungen der Steuerrückstellung und der aktiven Latenten Ertragssteuern vorzunehmen sind. Dies schließe möglicherweise die Buchung von zusätzlichen Steueraufwendungen für die laufende Periode und für vergangene Perioden ein, die über das Maß der Steuerkorrekturen hinausgehen können, welche bereits für den veröffentlichten Konzernabschluss 2006 vorgenommen wurden.

Solche Buchungen sowie die weiteren Ergebnisse aus dem Fortgang der Analysen und Untersuchungen können "sowohl quantitativ als auch qualitativ wesentlich für den Siemens Konzernabschluss sein".

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahrs 2007 beinhalten den Angaben zufolge Aufwendungen von 188 Mio EUR für externe Berater im Zusammenhang mit den Untersuchungen mutmaßlicher Verstöße gegen Anti-Korruptionsgesetze und ähnlicher Angelegenheiten sowie für Maßnahmen zur Beseitigung von Schwächen des internen Kontrollsystems, so Siemens weiter.

Webseite: http://www.siemens.de

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030

industry.de@dowjones.com

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