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Trend zur Konvergenz von Sprache und Daten hält an


16.12.1998 - 

Siemens und 3Com stellen sich gegen Cisco und Nortel

MÜNCHEN (pg) - Die Annäherung von Networking- und TK-Anbietern setzt sich fort. Nach dem spektakulären Kauf von Bay Networks durch Nortel im Juni formiert sich nun mit Siemens und 3Com eine neue Allianz mit dem gleichen Ziel: die Entwicklung von Produkten zur Integration von Sprache und Daten.

Die einst strenge Trennlinie zwischen den Lagern der Netzwerk- und Sprachspezialisten weicht zunehmend auf. Nachdem der kanadische TK-Konzern Nortel im Sommer durch die Akquisition des auf IP-Networking (IP = Internet Protocol) spezialisierten US-Unternehmens Bay Networks ein deutliches Zeichen setzte, folgen nun weitere Akquisitionen sowie Kooperationen. Kürzlich gab Networking-Marktführer Cisco die Übernahme von Pipelinks bekannt, und nun schmieden Siemens und 3Com einen Bund.

Im Gegensatz zu Cisco und Nortel gehen Siemens und 3Com jedoch einen anderen Weg. In diesem Fall wird keines der beiden Unternehmen geschluckt, sondern das Duo plant, über ein Joint-venture den Riesen Nortel und Cisco Paroli zu bieten. Der Name des Gemeinschaftsunternehmens, an dem beide Partner zu 50 Prozent beteiligt sind, steht derzeit noch nicht fest. Klar ist jedoch, daß Siemens und 3Com gemeinsam in den nächsten zwei Jahren 100 Millionen Dollar in ihre neue Tochter investieren wollen.

Mit dem Joint-venture reagieren der Münchner TK-Konzern sowie die kalifornische 3Com auf einen sich immer deutlicher abzeichnenden Markttrend - die Verschmelzung von Sprache und Daten auf Basis von IP-Rechnern, die getrennte Netze und damit auch Nebenstellenanlagen überflüssig machen.

Wie stark dieses Verfahren im Kommen ist, beweist der US-Carrier Sprint, der 1999 sein gesamtes Netzwerk von der traditionellen Circuit-Switching-Technik auf IP-Komponenten von Cisco umrüstet. Analysten prognostizieren für diesen entstehenden Markt im Jahr 2002 bereits ein Volumen von vier Milliarden Dollar.

Von diesem Kuchen will sich das Joint-venture ein großes Stück sichern. Laut 3Com-Chef Eric Benhamou strebt das Duo einen Marktanteil von 35 Prozent an. Bereits 1999 sollen Produkte auf den Markt kommen. Konkret handelt es sich dabei um Multimedia-Vermittlungssysteme, IP-Telefon-Gateways, Ethernet-Telefone sowie Terminaladapter. Die vom Joint-venture entwickelten Lösungen werden von Siemens unter dem Namen "Hinet" und von 3Com unter der Bezeichnung "Superstack II" sowie "Corebuilder" vertrieben.

Zunächst, so bestätigte ein Sprecher der Siemens AG, würden Produkte für Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern entwickelt. Später sollen Systeme für Großkonzerne folgen. Er begründete dies mit der Problematik der Echtzeitfähigkeit von Sprache in Datennetzen. Um flüssige Gespräche sicherzustellen, seien enorme Rechnerleistungen nötig, die vorerst zu einem akzeptablen Preis nur in Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen realisiert werden können.