Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.05.1999 - 

Trotz Dementis gilt der Deal als ausgemacht

Siemens und Fujitsu bündeln PC-Geschäft

MÜNCHEN (wh) - Noch gibt man sich zugeknöpft bei Siemens und Fujitsu, was die kolportierte Partnerschaft im PC-Geschäft betrifft. Aus firmeninternen Quellen sickern unterdessen immer mehr Details zu einer geplanten Kooperation durch.

Noch in diesem Monat wird Siemens mit Fujitsu ein europaweites Gemeinschaftsunternehmen für das PC-Geschäft aus der Taufe heben. Damit entstünde auf dem alten Kontinent der zweitgrößte PC-Anbieter hinter Marktführer Compaq. Mit dieser Meldung sorgte die "Wirtschaftswoche" in ihrer jüngsten Ausgabe für einigen Wirbel in der deutschen und internationalen Nachrichtenszene. Ein Mitarbeiter des Siemens-Konzerns, der anonym bleiben wollte, bestätigte unterdessen gegenüber der CW entsprechende Pläne der Unternehmen.

Offiziell will man weder bei Siemens noch bei Fujitsu etwas von dem Deal wissen. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu solchen Spekulationen", heißt es in der Pressestelle des Münchner Konzerns lapidar. Nach dem geplatzten Verkauf des Augsburger PC-Werks an Acer vor etwa einem Jahr gilt Siemens in der Branche als gebranntes Kind und wird sich kaum ein zweites Mal mit einem noch nicht wasserdichten Abkommen aus der Deckung wagen. Insofern ist die Zurückhaltung der Münchner nachvollziehbar.

Deutlicher wird Fujitsus Europachef Winfried Hoffmann: "Das ist alles pure Spekulation. Was da an Vermutungen durch die "Wirtschaftswoche" und andere Medien hochgekocht worden ist, lohnt keinen Kommentar." Fujitsu sei seit zirka 60 Jahren mit Siemens verbunden. Im Mainframe-Geschäft kooperiere man erfolgreich mit dem deutschen Hersteller.

"Uns geht es wirklich gut", wirft sich der einstige Deutschland-Chef von Commodore in die Brust. "Wir haben Siemens nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa überholt." Das Wachstum auf dem alten Kontinent sei ungebrochen. "Und wir machen Gewinn."

Das Argument, Fujitsu könne mit dem Siemens-PC-Werk in Augsburg die Produktion deutlich ausweiten, will Hoffmann nicht gelten lassen: "Produktionsprobleme hat heute keiner." Man habe gerade erst die Ausweitung der Produktion am Standort Sömmerda beschlossen. In Helsinki könne Fujitsu 700000 PCs pro Jahr fertigen, in Sömmerda zwei Millionen. Hinzu komme das Werk in Malaga.

Glaubt man hingegen Siemens-internen Quellen, so ist eine Kooperation der beiden Hersteller so gut wie ausgemacht. Zwar werde über Details des Abkommens noch geredet; klar sei aber, daß sich eine gemeinsame Organisation auf die zwei Kerngebiete Consumer-PCs und High-end-Rechner, also PC-Server, konzentrieren würde: Im professionellen Segment könne Siemens mit seinen "Primergy"-Servern einen gut eingeführten Markennamen einbringen. Fujitsu andererseits verfügt über eine starke Position im Consumer-Segment, einem Bereich, in dem Siemens aufgrund zu hoher Produktionskosten und entsprechender Verkaufspreise nicht die gewünschten Ergebnisse habe erzielen können.

In einem möglichen Gemeinschaftsunternehmen sind laut dem Anonymus verschiedene Szenarien denkbar: Siemens könnte etwa als OEM-Partner für Fujitsu auftreten und umgekehrt, ein durchaus branchenübliches Vorgehen. In jedem Fall ließen sich durch eine Kooperation im PC-Markt dringend benötigte Größenvorteile erzielen. Dies gelte insbesondere für den gemeinsamen Komponenteneinkauf.