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18.06.1999 - 

Hardware soll gemeinsam produziert werden

Siemens und Fujitsu planen Joint-venture

MÜNCHEN (jm) - Die Siemens AG will offenbar ihr komplettes Hardwaregeschäft auslagern und in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Fujitsu Computer GmbH einbringen.

Laut Äußerungen hochrangiger Informanten aus dem bayerischen Unternehmen gegenüber der COMPUTERWOCHE soll der Siemens-Geschäftsbereich Computer Systems (CS) in die neue Firma übergehen. Der Münchner Konzern steckt demnach mitten in den Vorbereitungen. So werden beispielsweise bereits Foliensätze, die für Präsentationen vorgesehen sind, mit dem neuen Firmensignet "Fujitsu-Siemens" beschriftet. Bestätigen sich die Informationen - eine offizielle Ankündigung steht offenbar bevor -, wird der letzte deutsche Computerbauer der Vergangenheit angehören.

Die Siemens AG hatte 1998 im Zuge einer Firmenneuordnung acht Arbeitsgebiete definiert. Eines davon ist Informations & Communications (IC). Dieser Unternehmenszweig teilt sich in die drei Geschäftsbereiche IC-Netze (ICN), Siemens Business Services GmbH & Co OHG und IC-Products (ICP). Zu letzterem gehört das auf Hardware konzentrierte Geschäftsfeld CS.

Noch nicht ganz klar ist, ob es sich bei der Neugründung um ein Joint-venture von Siemens und Fujitsu handeln wird. Aus unternehmensnahen Kreisen verlautet jedoch, es sei "sehr wahrscheinlich, daß beide Unternehmen ein Joint-venture aufziehen werden". Ebenfalls noch ungeklärt ist, ob die weltweit zirka 8000 und deutschlandweit etwa 6500 CS-Mitarbeiter an 17 europaweiten Standorten in die neue Firma übergehen werden.

Über die Beteiligungsverhältnisse soll es schon klare Vorstellungen geben: In Europa wird Siemens möglicherweise 50 Prozent der Firmenanteile halten plus einen sogenannten "Golden share".

Dieser gibt bei Pattsituationen in Abstimmungen zu Firmenangelegenheiten den Ausschlag. Für den Rest der Welt (außer Europa) soll die umgekehrte Regelung gelten: Fujitsu erhält hier demnach neben den 50 Prozent Firmenanteilen den Golden share.

Zur IC-Products-Division gehört die Informationstechnik Services (ITS) mit ihrer Produkt- und Servicetochter Sinitec. Sie wird dem neuen Unternehmen Insiderangaben zufolge nicht zugeschlagen. Sinitec bedient insbesondere kleine und mittelständische Firmen, die Probleme mit ihren PCs und Servern haben. ITS ist demgegenüber für Servicebelange bei Großunternehmen zuständig.

Von der Zusammenlegung betroffen sind dagegen die CS-Divisionen Volume Products (VP) und Enterprise Products (EP) sowie die Produktionsstätten in Augsburg und Paderborn. In der Fuggerstadt produziert Siemens über die eigenständige PC-Systeme GmbH &Co. KG NT-Server mit maximal zwei Intel-Prozessoren und PCs. In Paderborn stellt der Konzern die größeren Intel-"Primergy"-Server (ab vier CPUs), die "RM"-Unix-Server sowie die mit Mips-CPUs ausgestatteten BS/2000-Einstiegsgroßrechner her.

Die Siemens-Tochter PC-Systeme war Gegenstand der letztendlich gescheiterten Verhandlungen mit Acer. Seinerzeit hatten Siemens und die Taiwaner geplant, die PC-Produktionsstätten an das in Taipeh angesiedelte Computerunternehmen abzutreten. Wegen finanzieller Fragen scheiterten die Verhandlungen im September 1998 kurz vor Vertragsunterzeichnung überraschend.

Sowohl die CS- als auch die ITS-Bereiche haben im Geschäftsjahr 1998 (Ende: 30. September) "keine roten Zahlen" geschrieben, erklärt ein Firmensprecher. CS erwirtschaftete acht Milliarden Mark Umsatz, ITS drei Milliarden.

Zu den Joint-venture-Plänen wollten vorerst weder Siemens noch Fujitsu Stellung nehmen.