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13.02.1987 - 

Mehr als 50 Prozent des MX500-Geschäftes im Ausland geplant

Siemens: Unix-System für Fillialrechnermarkt

MÜNCHEN (CW) - Um das Mehrplatzsystem MX500 hat die Siemens AG ihre Sinix-Familie im oberen Leistungsbereich erweitert. Die neuen Rechner mit bis zu 32 Arbeitsplätzen und Multiprozessortechnik sollen den Münchnern die Türen in die Abteilungen von Großunternehmen und Behörden Öffnen.

Das System MX500 besteht aus den drei Modellen MX500-20, MX500-40 und MX500-60, die alle nach dem Baukastenprinzip individuell konfiguriert werden können. Sie arbeiten mit den 32-Bit-Prozessoren NS32032 von National Semiconductor. Das Modell 20 hat eine Hauptspeicherkapazität von 4 bis 8 Megabyte und bedient bis zu 16 Arbeitsplätze. Das nächstgrößere Modell 40 mit maximal 24 Arbeitsplätzen und einem Hauptspeicher von 8 bis 16 Megabyte kann vor Ort zum größten Modell 60 mit bis zu 32 Arbeitsplätzen und 10 bis 16 Megabyte Hauptspeicher hochgerüstet werden. Der Preislevel für eine Einstiegskonfiguration liegt bei etwa 80 000 Mark und reicht bis zu 400 000 Mark in der höchsten Ausbaustufe.

Eine Besonderheit für Unix-Maschinen ist die Prozessortechnik, die in den ab März 1987 lieferbaren Filialrechnern verwendet wird. Bis zu acht 32-Bit-Standard-Prozessoren, jeder mit eigenem Gleitpunktprozessor, eigener Speicherverwaltung und schnellem Pufferspeicher, bearbeiten gleichzeitig die anstehenden Aufgaben. Die Verteilung übernimmt das Betriebssystem.

Unter dem Betriebssystem der MX500-Modelle können gleichzeitig Programme zweier Unix-Varianten ablaufen: das Siemens-eigene Sinix V2.0 und das mit den Spezifikationen der X/Open-Gruppe konforme Unix System V.2 (siehe Grafik). Die Binärcodekompatibilität zum seit Juli 1986 ausgelieferten PC-MX2 erlaubt Siemens-Angaben zufolge eine Übernahme der bestehenden MX2-Software auf die MX500-Maschinen ohne Programmänderungen.

Die Einbindung in das Siemens-Transdata-Netz läßt den MX500 auch auf Daten und Programme von BS2000-Hostrechnern zugreifen. Sofort verfügbar ist hier die Stationskopplung über MSVL mit Filetransfer, Zugriff auf BS2000-Dialoganwendungen und -Datenbanken. An. öffentlichen Netzen wird Teletex und Btx angeboten. Durch lokale Vernetzung mehrerer MX500 untereinander beziehungsweise mit anderen Sinix-Systemen läßt sich nach Angaben der Münchner ein Verbund von mehreren hundert Arbeitsplätzen realisieren.

Die Kommunikationsleistungen für den neuen Abteilungsrechner will Siemens bis Ende 1987 konsequent erweitern. Neben der Rechnerkopplung auf der Basis von NEA- und ISO-Protokollen soll dann eine einheitliche Schnittstelle zur Programm-Programm-Kommunikation sowie Datex-L und Datex-P zur Verfügung stehen. Auch die Anbindung an SNA-Netze ist zu diesem Zeitpunkt geplant.

Mit der Ankündigung des neuen Mehrplatzsystems unterstreichen die Münchner einerseits ihr Engagement im Unix-Markt - in Deutschland ist das Unternehmen nach eigenen Angaben mit rund 13500 installierten Sinix-Systemen (Stand: 28. Januar 1987) derzeit die Nummer 1 unter den Unix-Anbietern. Andererseits stößt der Elektrokonzern bei der Vermarktung seiner Abteilungsrechner auf harte Konkurrenz: Neben IBM, DEC und NCR kämpfen vor allem die Nixdorfer mit ihren etwa - zeitgleich vorgestellten Targon-Modellen um Marktanteile.

Gleichwohl gibt sich Rudolf Bodo, Leiter des Bereichs Vertrieb Marketing im Unternehmensbereich Datentechnik der Siemens AG, gelassen: "Mit rund 600 000 Abteilungen und Filialen allein in der Bundesrepublik ist der Markt mehr als ergiebig." Zudem sei es das Ziel, etwa 50 Prozent des Geschäftes im Ausland zu tätigen. Dabei setzen die Verantwortlichen neben einer stark branchen- und lösungsorientierten Vertriebsstrategie insbesondere auf die Trumpfkarte der am Markt verfügbaren Unix-Anwendungssoftware: Künftig sollen zunehmend System- und Softwarepartner vor den Verkaufskarren gespannt werden. Bodo: "Das ist der Weg in die Breite der Kundschaft, die wir suchen."