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29.04.1983 - 

Neue Diebold-Statistik zeigt wenig prinzipielle Änderungen:

Siemens verringert Abstand zum Marktführer

FRANKFURT (CW) - Um rund 900 Millionen Mark sank der Anteil der IBM Deutschland an den Installierten DV-Systemen in der Bundesrepublik. Das ermittelte die Frankfurter Unternehmensberatung Diebold in ihrer neuesten Computer-Statistik. Zwar stehen mit dem Stichtag 1. Januar 1983 gut 1000 IBM-Systeme mehr in der Republik, doch der sinkende Wert je Installation führte bei den Stuttgartern zu einem Verlust an Marktanteilen in Höhe von 2,3 Punkten. Siemens konnte dagegen seinen wertmäßigen Anteil am Gesamtkuchen um 0,5 Punkte steigern. Damit veringerte sich der Abstand zwischen IBM und Siemens erneut, doch ist "Big Blue" immer noch doppelt so groß wie die Münchner.

Prozentual stieg Wang am kräftigsten: Die installierte Basis des Unternehmens wuchs um fast 30 Prozent. Damit erreicht Wang einen Marktanteil von 1, 1 Prozent und konnte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Punkte verbessern. Hewlett-Packard (...)te 27,6 Prozent zu und verbesserte seinen Anteil auf 1,9 Prozent. CTM schließlich erreichte einen Zuwachs von 18 Prozent und hält 0,9 Prozent des Marktes.

Wenigs tat sich auf den ersten zwanzig Plätzen. Auffällig nur Wang, das sich um drei Plätze verbessern konnte und jetzt auf Rang 13 liegt. Control Data sackte auf Platz 15 ab und Commodore ist zum ersten mal unter den Top Twenty.

Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter 363 806 Systeme gezählt. Die tatsächliche Gesamtsumme liege 1983 sogar noch über dem ermittelten Wert von 467 000. Als Grund führt Diebold die mangelnde Kooperationsbereitschaft vieler Mikrohersteller, an die ihre Verkaufszahlen nicht immer meldeten.

Nach dem Wegfall der Bremsfaktoren aus dem vergangenen Jahr - Kapitalzins und Regierungswechsel zeige sich eine wachsende Bereitschaft zu abschlußorientierten Gesprächen. Eine Belebung im Markt für Informationstechnik sei unverkennbar.

Bei der Analyse der einzelnen Teilmärkte ist Diebold nahezu rundum auf zufriedene Gesichter gestoßen. Im Standardcomputermarkt, wo es in der Vergangenheit düster ausgesehen habe, "bewegt sich wieder einiges". Guten Mutes seien auch die Anbieter IBM-kompatibler Systeme. Die Mainframe-Hersteller blickten vor allem auf die Kunden, deren Beschaffungspolitik sehr stark vom technologie- und wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung abhänge, so etwa Unternehmen im Umfeld der Energieerzeugung oder des Umweltschutzes.

Befriedigende Geschäfte meldeten auch die Produzenten von Büro- und Minicomputern. Hier setzt sich nach Einschätzung von Diebold der Eindruck durch, daß die Mittelbetriebe wieder stärker investieren. Den Trend zu immer leistungsfähigeren Minicomputern begründe man in der Branche mit dem zunehmenden Bedarf an dedizierten Rechnern, aber auch nach mehr Rechnerleistung. Daneben werte man auch die Nachfrage nach Kundendienstleistungen als aufschlußreichen Konjunkturindikator.

Der Boom bei Mikrocomputern ist nach den Beobachtungen der Frankfurter Experten ungebrochen. Dies gelte insbesondere für die verstärkt am Markt auftretende neue Klasse der 16-Bit-Rechner. Hiervon gingen auch erhebliche Impulse für den Softwaremarkt aus.

Der übrige Softwaremarkt beziehe seine Impulse hauptsächlich aus vier Quellen: dem wachsenden Interesse der Großanwender an zeitsparenden Softwarebausteinen, den Softwaretools für den Endbenutzer, dem wachsenden Bedarf an Software für fertigungsbezogene Problemlösungen sowie aus Bildschirmtext-Rechnerverbund, der neue Lösungen erfordere.

Nach dem Abbau des Investitionsstaus aus dem vergangenen Jahr erwartet Diebold an einigen Teilmärkten wieder natürliche Abschwächungen. Das gelte vor allem für den Standardrechnermarkt. Die Zukunft des Inlandsgeschäfts werde in den kommenden Monaten besonders durch den Btx-Ausbau spürbar geprägt. Im Export überschatte die weitere Entwicklung bei den Währungsparitäten mittelfristig das Geschäft. Anhaltende Impulse - so rechnet Diebold - ergeben sich in naher Zukunft im Bereich der Büroautomation sowie in der Fertigung und Konstruktion. Daneben sei der Markt für preiswerte Heimcomputer noch völlig ungesättigt.