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14.10.1988 - 

Umstrukturierung geht auf Kosten der Mitarbeiter:

Siemens verringert High-Tech-Arbeitsplätze

MÜNCHEN/STUTTGART (cmd) - Ein knappes Jahr nach der Ankündigung auf der Genfer Telecom haben Siemens, IBM und Bell Atlantic jetzt Ergebnisse ihrer gemeinsamen Projektstudie über "intelligente Fernmelde-Netze" vorgestellt. Fazit: Von den 30 untersuchten möglichen Diensten versprechen sechs weltweit ein besonders hohes Wachstum.

"Die ganze Misere ist nicht neu, sondern ein Resultat von Managementfehlern", stellt Harald Flassbeck, erster Bevoll-mächtigter der Münchner IG-Metall-Verwaltungsstelle, fest. Noch vor drei Jahren sei im Unternehmensbereich Kommunikation mit einem Wachstum von 15 Prozent gerechnet worden, jetzt habe man diese Erwartungen in Richtung Null zurückgeschraubt. Offensichtlich solle aus der Belegschaft herausgeholt werden, was in einer falschen Markteinschätzung und Markstrategie versäumt worden sei.

Nach Meinung der Gewerkschafter sind von den Personal-einsparungen bei Siemens vor allem geringer qualifizierte und ältere Arbeitnehmer betroffen. Dabei könne die Bezeichnung "älter" bereits auf 45jährige zutreffen, erläuterte Rudi Mooshammer, Mitglied des Gesamtbetriebsrates und stellvertretender Aufsichts-ratsvorsitzender im Konzern. Zu den weiteren Sparmaßnahmen gehört nach Vermutungen der IG Metall die bundesweite Reduzierung der Ausbildung um 15 Prozent. Umstrukturierungen im Konzern seien nötig, um Produkte am Weltmarkt verkaufen zu können. So begründet Joachim Hübner aus dem Zentralbereich Personal die, wie er betonte, noch nicht im Detail festgelegten Pläne. Die von der IG Metall geschätzten Zahlen dementierte er entschieden. Seinen Aussagen zufolge sind von den erst im Oktober 1989 anstehenden Personalbewegungen nur etwa 2000 Mitarbeiter betroffen.

Die Unternehmensleitung würde sich dabei um eine Umschichtung der Arbeitsplätze bemühen und auf Entlassungen - so weit es möglich sei - verzichten. Bei Kündigungen oder altersbedingtem Ausscheiden aus dem Unternehmen würden jedoch Arbeitsplätze nicht wieder besetzt werden.