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30.09.1988 - 

Münchner Elektronik-Riese plant Umstrukturierung:

Siemens will personell abspecken

MÜNCHEN (CW) - Siemens will in den Unternehmensbereichen Kommunikations- und Datentechnik sowie bei der Nachrichten- und Sicherungstechnik personell abspecken. Die Produktion wird im Laufe der nächsten zwei Jahre in die hochmoderne Betriebsstätte nach Villach in Österreich verlegt.

Ganz anders sieht es im Bereich der Halbleiterfertigung aus. Hier sucht der weiße Riese Facharbeiter. Die Zeichen deuten auf Umstrukturierung.

Von einem Arbeitsplatzverlust bedroht sind im Bereich der Kommunikationstechnik 700 Angestellte aus der Entwicklung und 400 gewerbliche Mitarbeiter. Grund für diese drakonische Maßnahme ist nach Aussage eines Siemens-Sprechers eine Veränderung der Marktstrukturen und technische Entwicklungen, die einen "geringeren Fertigungsinhalt" für die Produkte mit sich bringen. Die Ausgliederung der Fertigung nach Villach führe in diesem Unternehmensbereich zu einem geringeren Personalbedarf. Dieser Erkenntnis nachgeholfen hat die weltgrößte Unternehmensberatung McKinsey aus den USA. Sie durchleuchtet den Elektrokonzern seit geraumer Zeit auf der Suche nach einer rationelleren Unternehmensstruktur.

Um "soziale Härten zu vermeiden" - so ein Siemens-Sprecher - will man auf Kündigungen möglichst verzichten. Stattdessen bietet die Firmenleitung Abfindungsgelder für ein freiwilliges Ausscheiden. Nach Angaben eines Sprechers besteht eine zweite Möglichkeit darin, die Mitarbeiterfluktuation in der Firma nicht mehr zu kompensieren. Diese beträgt bei Siemens nach eigenen Angaben zwischen sieben und acht Prozent.

In diesem Fall würde sich das Problem allerdings von selbst lösen. Im Bereich der Kommunikations- und Datentechnik, angesiedelt in der Münchener Hofmannstraße, sind

18000 Leute beschäftigt, von denen demnach jährlich 1260 ihren Arbeitsplatz wechseln würden.