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31.01.2007

Siemens-Zeugen berichten von Bestechung in großem Stil

Das "Wall Street Journal" haut heute den Münchner Siemens-Konzern auf der Titelseite richtig in die Pfanne.

Die exquisite Recherchearbeit der Kollegen einfach zu klauen, wäre unbotmäßig - zahlende Abonnenten können sie gern nachlesen. Ein paar Details wollen wir Ihnen trotzdem nicht vorenthalten.

Unter anderem beschäftigt sich das "Journal" ausführlicher mit einem Vorfall aus dem Jahr 2004. Damals sei, so hat es der frühere Siemens-Manager Michael Kutschenreuter ausgesagt, der Konzern von der saudiarabischen Beratungsfirma Beit Al Etisallat mit belastenden Unterlagen zu Schmiergeldern in Saudi-Arabien erpresst worden. Mit Unterstützung von Vorgesetzten wie Klaus Kleinfeld und Heinrich von Pierer habe er die Sache Anfang 2005 durch Zahlung von 50 Millionen Dollar, davon 33 Millionen "Hush Money" aus der Welt geschafft.

Was der aktuelle Siemens-Chef in einer schriftlichen Stellungnahme abstreitet. "Herr Kutschenreuter hat mir gegenüber niemals erwähnt, dass es bei irgendwelchen Vergleichen um 'Schweigegeld' ging. Ich hatte zu keiner Zeit Kenntnis von Dokumenten im Zusammenhang mit Bestechung und habe bis jetzt noch keine", erklärte Kleinfeld gegenüber dem US-amerikanischen Wirtschaftsblatt.

Das kommt angesichts der Zeugenaussagen von Kutschenreuter sowie dessen Kollegen Reinhard Siekaczek und Andreas Mattes trotzdem zu dem Schluss, die Zahlung von Schmiergeldern sei bei Siemens gang und gäbe und wohlorganisiert gewesen. Erst kürzlich hatte das "WSJ" unter Berufung auf die Aussagen von Kutschenreuter und Siekaczek neue Vorwürfe gegen Finanzchef Joe Kaeser und die früheren Siemens-Mobilfunk-Manager Rudi Lamprecht und Lothar Pauly (inzwischen T-Systems-Chef) erhoben.

Kutschenreuter habe beispielsweise von einem Verschlüsselungscode gesprochen, den Siemens intern zu Verschleierung von Schmiergeldern verwendet habe. Dabei habe man die Phrase "Make Profit" verwendet, deren zehn Buchstaben den Ziffern 1 bis 10 zugeordnet waren. Das "A" entsprach damit der 2 und das "P" der 5. Habe dann jemand "das hier unter APP ablegen" geschrieben, habe dies in Wahrheit bedeutet, dass 2,55 Prozent vom Umsatz als Bestechung genehmigt seien.

Man darf schon gespannt sein, welche pikanten Details noch aus dem Siemens-Konzern bekannt und ob diese personelle und sonstige Konsequenzen nach sich ziehen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden. (tc)

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